Im Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen – die Ausstellung zur weltweiten Nothilfe

Was steckt hinter den Bildern von Katastrophen, die Sie täglich in den Nachrichten sehen? Können Sie sich vorstellen, plötzlich Ihr Zuhause zu verlieren und mit Zehntausenden in einem Flüchtlingslager zu leben? Was wäre, wenn Sie in einem Kriegsgebiet schwer verletzt werden und es keine medizinische Versorgung weit und breit gibt? Wie reagieren humanitäre Helferinnen und Helfer auf einen Ebola-Ausbruch? Wie behandelt man Cholera und was hat der Oberarmumfang eines Kindes mit einer Hungersnot zu tun?

Möchten Sie einen Blick hinter die Kulissen werfen?

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzählen in der Freilichtausstellung von ihren persönlichen Erlebnissen im Einsatz. Anhand von Original-Exponaten erklären sie, wie unsere Arbeit in rund 70 Ländern weltweit funktioniert.

Der Eintritt ist frei

Auf Wunsch bieten wir pädagogisch aufbereitete und fachspezifische Führungen an. Diese Führungen ermöglichen einen praxisnahen Einblick in die Arbeit einer internationalen Nichtregierungsorganisation und sensibilisieren für die Herausforderungen der humanitären Nothilfe.

Unsere Stationen im Überblick

Station 1: Infopoint

An unserem Infopoint können Sie sich über die Ausstellung informieren. Der Infopoint ist auch der Treffpunkt für alle angemeldeten Führungen. Hier können Sie sich bereits jetzt für Führungen ab fünf Personen anmelden. Einzelpersonen können ohne Anmeldung jederzeit an einer Führung teilnehmen.

Station 2: Filmzelt

Im Filmzelt bieten kurzen Filme vertiefende Informationen zu beispielsweise unserer psychosozialen Hilfe oder zu gezielten Angriffen auf medizinische Einrichtungen.

Kriege und Konflikte

Stellen Sie sich vor schnell aufbrechen zu müssen und dabei nichts mitnehmen zu können, tagelang auf der Flucht zu sein, ohne Nahrung und Wasser. Leider sind solche Szenen für Millionen Menschen in Kriegs- und Konfliktsituationen Realität. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen leisten für viele von ihnen Hilfe zum Überleben, manchmal hören sie auch nur zu.

Station 3: Chirurgie

Chirurgie spielt in Konfliktsituationen, wenn Menschen durch Gewalt verletzt werden, eine große Rolle. Häufig ist die Infrastruktur in Krisengebieten zerstört. Daher haben wir für solche Fälle ein aufblasbares Zelt, dass innerhalb kürzester Zeit zum Krankenhaus werden kann. Ein solches Operationszelt ist Teil unserer Ausstellung. Hier können Sie erfahren, wie unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen darin arbeiten und mit welchen Problemen sie kämpfen.

 

Station 4: Psychosoziale Hilfe

Krieg und Gewalt hinterlassen bei vielen Menschen nicht nur äußerlich Wunden, sondern sie erkranken an Körper und Seele. Daher bieten wir in vielen Projekten psychosoziale Hilfe an. In unserer Ausstellung zeigen wir Zeichnungen von Betroffenen, die wir in schwierigen Situationen unterstützt haben und erklären, welche Formen psychosozialer Hilfe wir anbieten.

 

Naturkatastrophen

Nach Naturkatastrophen, wie beispielsweise einem Tsunami oder Erdbeben, ist die Situation vor Ort oft unübersichtlich. Unsere Priorität in solchen Situationen ist es, uns um die dringendsten medizinischen Bedürfnisse zu kümmern und herauszufinden, an welchen Orten sie bestehen. Unsere Teams leisten dann medizinische Ersthilfe und betreuen Verletzte. Danach kümmern wir uns auch um Hilfsgüter, Nahrung und Unterkünfte – sofern andere darauf spezialisierte Organisationen dies nicht schon tun.

Station 5: Cholerabehandlung

Nach einer Naturkatastrophe können Sanitärverhältnisse einerseits und das noch nicht wiederaufgebaute Gesundheitssystems andererseits zu Choleraausbrüchen führen. Bei schneller Hilfe ist die Infektionskrankheit gut behandelbar. Wir isolieren Cholera-Patienten und -Patientinnen in Behandlungszentren und behandeln sie mit einer speziellen Rehydrationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In unserer Ausstellung sehen Sie die besondere Ausstattung einer Isolierstation und können erfahren, wie sich unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor einer Ansteckung schützen.

 

Station 6: Bereitstellung von Unterkünften & Hilfsgütern

Nach einer Naturkatastrophe, wenn die Menschen alles verloren haben, oder in entlegenen Konfliktregionen, wo wir oft die einzigen vor Ort sind, übernehmen wir nicht nur medizinische Aufgaben. So stellen wir in solchen Situationen Zelte zur Notunterbringung sowie weitere Hilfsgüter bereit. In der Ausstellung können Sie sich selbst in ein solches Unterbringungszelt begeben und sehen, welche Hilfsgüter die Menschen erhalten.

 

Vorbeugen von Epidemien

Nicht nur die Behandlung von akuten Krankheiten, sondern auch vorbeugende Maßnahmen sind ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Die Übertragung von Durchfallerkrankungen erfolgt durch verschmutztes Wasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Infizierten. Diese Faktoren gilt es zu vermeiden. Zur vorbeugenden Bekämpfung von Epidemien gehören außerdem Impfkampagnen.

Station 7: Impfkampagnen

Insbesondere in Situationen, in denen viele Menschen dicht beieinander leben, können ansteckende Krankheiten wie Masern sich rapide verbreiten. Eigentlich kann ein Ausbruch von Masern durch Impfungen vermieden werden. Doch in ärmeren Ländern fehlt den Menschen oft die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Wir zeigen, wie unsere Teams diese logistische Herausforderung meistern.

 

Station 8: Wasserversorgung

Sauberes Wasser ist essentiell für die Vermeidung von Krankheiten. Daher kümmern wir uns in vielen unserer Projekte auch um die Aufbereitung von Trinkwasser. Unsere Lösungsansätze variieren vom Wassertransport mit Eselskarren über Wassertanklastwagen und das Bohren von Brunnen bis hin zu spezialisierten Solarpumpen. In unserer Ausstellung können Sie sich an einer typischen Zapfstation bedienen, deren Wasser aus einer großen Wasseraufbewahrungsblase kommt. Zudem erläutern wir, wie das Wasser zuvor gereinigt wird.

 

Besonders gefährdete Gruppen

Besonders gefährdete Gruppen sind für uns beispielsweise Kinder unter fünf Jahren oder schwangere Frauen. Wir beraten und betreuen Frauen vor und nach der Geburt. Kinder mit Mangelernährung werden stationär und ambulant unter anderem mit therapeutischer Fertignahrung versorgt. Besonders in Gebieten, in denen es kaum eine Gesundheitsversorgung gibt, klären wir zu Themen wie Hygiene, sauberes Wasser oder Impfungen auf. Somit können wir eine Basisgesundheitsversorgung sicherstellen.

Station 9: Medizinische Grundversorgung

Jeder Mensch hat ein Recht auf medizinische Hilfe – doch für viele steht diese nicht zur Verfügung. In einem für unsere Einsätze typischen Zelt, in dem wir Basisgesundheitsdienste anbieten, erklären wir, wie unsere Hilfe mit einfachsten Mitteln aussieht: ambulant, stationär oder mobil.

 

Station 10: Hilfe bei Mangelernährung

Bewaffnete Konflikte oder Ernteausfälle durch Dürre sind häufige Gründe für die Entstehung von Mangelernährung. In solchen Situationen müssen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oft sehr schnell sehr viele Kinder untersuchen, um rasch die entsprechende Behandlung einzuleiten. Wir zeigen, wie schwer mangelernährte Kinder stationär behandelt werden und wie wir ambulant helfen, wenn die Mangelernährung weniger stark ausgeprägt ist.

 

Vernachlässigte Krankheiten

Milliarden Menschen leiden an vernachlässigten Krankheiten. Wieso sind entsprechende Medikamente und Diagnostika veraltet und weshalb ist die Forschung viel zu gering? Was können wir für HIV-positive Frauen tun, damit ihre Kinder ohne HI-Virus zur Welt kommen?

Station 11: HIV/Aids und vernachlässigte Krankheiten

In unseren Programmen haben wir mit vernachlässigten Krankheiten wie Tuberkulose, Chagas oder der Schlafkrankheit zu tun, zu deren Behandlung oft nur veraltete und unverträgliche Arzneimittel zur Verfügung stehen. Zumeist leben die von diesen Krankheiten Betroffenen in ärmeren Ländern, die keinen lukrativen Absatzmarkt für die forschende Pharmaindustrie darstellen. In unserer Ausstellung stellen wir vor, wie wir diese Krankheiten in unseren Projekten behandeln und wie unsere Medikamentenkampagne sich für eine adäquate Versorgung einsetzt.

 

Station 12: Medikamentenkampagne

Unsere Arbeit zielt darauf ab, die bestmögliche Versorgung für Menschen in ärmeren Ländern zu leisten und Menschenleben zu retten. Dabei sind unsere Teams häufig mit der frustrierenden Realität konfrontiert, dass eine lebensnotwendige Behandlung von Menschen in den Einsatzgebieten nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Denn allzu oft fehlen medizinische Instrumente und Arzneimittel oder diese werden nur zu extrem hohen Preisen verkauft. In unserer Ausstellung erfahren Sie, wie wir uns in der Forschung und Entwicklung für die medizinischen Bedürfnisse ärmerer Länder engagieren.