Ebolafieber: Eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit
Ebolafieber ist eine schwere hochansteckende virale Erkrankung, die durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Sterblichkeitsrate unterscheidet sich je nach Virustyp, ist jedoch mit durchschnittlich 50 Prozent extrem hoch. Wirksame Behandlungsmöglichkeiten sind bislang begrenzt.
Um Ausbrüche einzudämmen, müssen Erkrankte isoliert, Gesundheitspersonal geschützt und strenge Hygienemaßnahmen eingehalten werden.
So helfen wir beim aktuellen Ausbruch in der D.R. Kongo
Am 15. Mai 2026 bestätigte das kongolesische Gesundheitsministerium einen Ausbruch der Ebola-Krankheit in der Provinz Ituri. Angesichts rasch steigender Infektionszahlen und begrenzter nationaler Ressourcen haben wir einen Großeinsatz gestartet und unterstützen die kongolesischen Ebola-Expert*innen: Wir errichten Behandlungszentren, behandeln Patient*innen, schulen Gesundheitspersonal und liefern tonnenweise Schutzausrüstung und Hilfsgüter.
Überlastete Gesundheitseinrichtungen, anhaltende bewaffnete Konflikte und eine hohe Mobilität der Bevölkerung erschweren die Eindämmung des Ausbruchs. Deshalb führen wir auch unsere anderen Projekte fort und stärken das Gesundheitssystem vor Ort.
Maßnahmen bei Ausbruch der Ebola-Krankheit
Wissenswertes über Ebolafieber
Ebolafieber ist ein ansteckendes virales hämorrhagisches Fieber. Das bedeutet, dass Patient*innen zusätzlich zu hohem Fieber eine erhöhte Neigung zu Blutungen, zum Beispiel der Schleimhäute entwickeln. Ebolafieber wird durch Kontakt von Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen. In der Regel gelten für Infizierte strikte Isolationsmaßnahmen.
Ebolafieber kann von verschiedenen Virenspezies verursacht werden. Nur für eine von diesen Virusspezies, das Ebola-Virus (früher Zaire-Virus), gibt es inzwischen Medikamente und Impfungen, die bei einem Ausbruch gut helfen und vor allem die Sterblichkeit reduzieren. Für andere Virustypen wie das Bundibugyo-Virus gibt es bisher keine zugelassenen Impfstoffe. Die Therapie erfolgt daher symptomatisch. Eine frühzeitige Diagnose und unterstützende medizinische Versorgung verbessern die Überlebenschancen erheblich.
Ebolafieber bzw. die Ebola-Krankheit wird durch verschiedene Spezies der Orthoebolaviren verursacht. Es gibt 6 bisher bekannte Spezies von Orthoebolaviren:
- das Ebola-Virus (früher Ziare-Virus),
- das Sudan-Virus,
- das Bundibugyo-Virus
- sowie Thai Forrest, Bumbali und Reston
Die letzten drei Virustypen sind sehr selten. Die letzten großen Ausbrüche in Westafrika (2014-2016) und der D.R. Kongo (2018-2020) sind durch das Ebola-Virus (früher Zaire-Virus) verursacht worden. Für den Ausbruch in Uganda im September 2022 war der Sudan-Typ verantwortlich. Den jüngsten Ausbruch in D.R. Kongo und Uganda im Mai 2026 verursacht das Bundibugyo-Ebola-Virus. Dies ist der 3. nachgewiesene Ausbruch des Bundibugyo-Typs nach Ausbrüchen in Uganda in den Jahren 2007–2008 und in der D.R. Kongo im Jahr 2012.
Für das Bundibugyo-Ebola-Virus gibt es weder zugelassene Behandlungen noch Impfstoffe, und auch die Diagnostik stellt eine besondere Herausforderung dar.
Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate bei Ebola-Erkrankungen liegt bei etwa 50%. Bei vorherigen Ausbrüchen des Bundibugyo-Ebola-Virus lag die Sterblichkeitsrate zwischen 25 und 40% und damit niedriger als bei Ausbrüchen, die durch das Ebola-Virus (früher: Zaire-Virus) verursacht wurden.
Eine frühzeitige intensive unterstützende Behandlung mit fiebersenkenden Mitteln, Rehydrierung und der Behandlung der Symptome verbessert die Überlebenschancen.
Das Ausmaß, die Art und der Kontext dieses Ausbruchs der Ebola-Krankheit sind sehr besorgniserregend. Die Zahlen der Verdachts- und Todesfälle sowie der bestätigten Infektionen steigen in den betroffenen Regionen weiterhin stark an. Nie zuvor wurden bei einem Ebola‑Ausbruch so kurz nach seiner offiziellen Erklärung so viele Fälle registriert.
- Trotz der inzwischen verbesserten Testkapazitäten ist das tatsächliche Ausmaß dieses Ausbruchs weiterhin unbekannt. Der eingeschränkte Zugang zu dezentralen Testmöglichkeiten und die voll ausgelasteten Gesundheitseinrichtungen zeigen, dass der Ausbruch eine ernsthafte Krise darstellt und es in den betroffenen Gemeinden weiterhin zu erheblichen Untererfassungen kommt.
- Menschen sind in der Region – D.R. Kongo, Südsudan, Uganda - viel unterwegs: anhaltende bewaffnete Konflikte treiben sie zur Flucht, andere sind im Bergbau tätig und pendeln zwischen den Minen und zuhause, wieder andere unterhalten Handelsbeziehungen. Das kann die Übertragung des Virus beschleunigen und die Eindämmung des Ausbruchs erschweren.
- Viele Gesundheitseinrichtungen sind überlastet und unterfinanziert: Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle stehen in vielen Gesundheitseinrichtungen vor der Herausforderung, dass die Ressourcen zu knapp sind, um Ebola-Fälle zu bewältigen.
Vor dem aktuellen Ausbruch hat die D.R. Kongo seit 1976 bereits 16 Ausbrüche der Ebola-Krankheit erlebt und die Menschen haben dadurch umfangreiches Fachwissen und Erfahrung im Umgang mit der Ebola-Krankheit aufgebaut. Die kongolesischen Gesundheitsbehörden, das lokale Gesundheitspersonal, Forscher*innen und die Gemeinden standen an vorderster Front bei einigen der weltweit komplexesten Einsätze zur Eindämmung der Ebola-Krankheit, oft unter extrem schwierigen Bedingungen.
Internationale Akteur*innen wie u.a. auch wir arbeiten zur Unterstützung und an der Seite nationaler und lokaler Bemühungen
Orthoebolaviren wie das Ebola-Virus oder das Bundigugyo-Virus übertragen sich
- von Mensch zu Mensch durch den direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten.
- über Oberflächen, die Infizierte mit dem Ebola-Virus kontaminiert haben.
Vor allem für Gesundheitspersonal besteht ein hohes Ansteckungsrisiko, denn sie arbeiten eng mit infizierten Patient*innen. Die Mitarbeiter*innen in Gesundheitszentren müssen daher immer eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen.
Das Ebola-Virus oder das Bundibugyo-Virus können zudem auch durch den direkten Kontakt mit an Ebolafieber Verstorbenen übertragen werden. Bestattungen von an Ebolafieber Verstorbenen müssen daher ebenfalls mit Schutzausrüstung durchgeführt und die Leichen keinesfalls direkt berührt werden. Dies widerspricht jedoch oft kulturellen Praktiken und dem menschlichen Bedürfnis, von Angehörigen Abschied zu nehmen.
Deshalb sind die Aufklärung und Einbindung der Bevölkerung entscheidend für die Eindämmung eines Ausbruchs.
Die frühen Symptome sind unspezifisch und ähneln einem grippalen Infekt:
- Schmerzen im Oberbauch
- Übelkeit und Erbrechen
- Durchfall
Im weiteren Krankheitsverlauf können nach etwa 10 Tagen auftreten:
- Rötung durch Bindehautentzündung
- Kopf- und Brustschmerzen
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Atemnot und Delirium
- Störungen des zentralen Nervensystems
- innere und äußere Blutungen, die zum Tod führen können
Aufgrund der unspezifischen Frühsymptome ist die Diagnose der Infektion mit den Orthoebolaviren zunächst schwierig. Besteht bei Patient*innen der Verdacht auf eine Infektion, sind folgende Maßnahmen angezeigt:
- Ein Labortest (PCR-Tests, die in vielen Kontexten oft nicht ohne weiteres verfügbar sind) bestätigt die Diagnose.
- Die Patient*innen werden isoliert gepflegt, um das Infektionsrisiko für Angehörige und Betreuer*innen zu minimieren.
- Expert*innen des öffentlichen Gesundheitswesens müssen über den Verdacht der Infektion mit einem Orthoebolavirus benachrichtigt werden.
- Für das Ebola-Virus (früher Zaire-Virus) gibt es auch neuere, sehr viel schnellere Tests. Dabei handelt es sich auch um einen PCR, mittels GeneXpert-Technologie, kann diese aber direkt vor Ort vorgenommen werden.
Für Ebolafieber, das vom Ebola-Virus verursacht wird, gibt es zugelassene Medikamente: Die Therapeutika Inmazeb® (REGN-EB3) und 2020 Ebanga (mAB114) sind seit Oktober 2020 für die Behandlung von Infektionen mit dem Ebola-Virus (früher Zaire-Virus) zugelassen. Allerdings sind sie in Ländern, in denen Ebolafieber endemisch ist, kaum verfügbar - da die USA die vorhandenen Dosen der Medikamente horten. Einen globalen Notvorrat gibt es bislang nicht. Mehr zum Thema in unserer Pressemitteilung.
In Ausbrüchen, die durch einen anderen Virustyp - wie z.B. das Bundibugyo-Virus - verursacht werden, werden weiterhin zunächst experimentelle Therapieoptionen untersucht bzw. die Krankheit symptomatisch behandelt. Die symptomatische Behandlung beinhaltet unterstützende Maßnahmen:
- Symptome wie Fieber und Übelkeit lindern Ärzt*innen mit Fieber- und Schmerzmitteln.
- Mit Trinklösungen normalisieren sie den Flüssigkeitshaushalt der Patient*innen (Rehydrierung).
- Außerdem behandeln sie zusätzliche Krankheiten der Patient*innen wie Malaria oder eine Sepsis.
- Das Gesundheitspersonal unterstützt die Patient*innen bei der Ernährung.
- Die Patient*innen sollten zudem isoliert werden, um eine Ansteckung bisher nicht infizierter Menschen zu verhindern.
- Die von Ebolafieber Betroffenen und ihre Familien sollten psychologisch unterstützt werden.
Von zentraler Bedeutung ist, die Übertragung des Virus zu vermeiden:
- Patient*innen werden in speziellen Behandlungszentren betreut, in denen strenge Vorschriften zur Kontrolle der Infektion gelten.
- Darüber hinaus ist es wichtig, alle weiteren möglicherweise Infizierten zu finden, zu denen Patient*innen, die an Ebolafieber erkrankt sind, zuvor Kontakt hatten, sowie Leichen sicher zu bestatten.
- Expert*innen klären in Gesundheitskampagnen über die Bedrohung auf und versorgen die Einwohner mit Informationen, wie sich diese vor der Infektion mit einem Ebola-Virus schützen können und was sie tun sollen, wenn Krankheitssymptome auftreten.
Gegen das Ebola-Virus (früher: Zaire-Virus) gibt es 2 Impfstoffe:
- Der Lebendimpfstoff rVSV-ZEBOV (ERVEBO) ist u. a. in der EU, in den USA und einigen Ländern Afrikas zugelassen. Die Impfung wird einmalig intramuskulär ab 18 Jahren verabreicht. Die vorläufige geschätzte Impfwirksamkeit beträgt bis zu 10 Tage nach der Impfung 97,5 bis 100 %. Die Dauer der Schutzwirkung ist bislang unbekannt. Bei Personen, die trotz Impfung erkrankten, wurde ein in der Regel milderer Krankheitsverlauf beobachtet. Die Impfung kann also selbst noch einen gewissen Schutz bieten, wenn Menschen bereits Kontakt mit dem Virus hatten. Eine Studie von Ärzte ohne Grenzen (2024) hat belegt, dass die Impfung (rVSV-ZEBOV) das Sterberisiko bei infizierten Personen halbiert.
2. Der 2-Dosen-Kombinationsimpfstoff Ad26.ZEBOV/MVA-BN-Filo ist in der EU zugelassen. Bei diesem Impfstoff wird die zweite Dosis ca. acht Wochen nach der ersten verabreicht. Er wirkt ausschließlich präventiv und ist auch für Kinder ab dem ersten Lebensjahr zugelassen. Von Ad26.ZEBOV/MVA-BN-Filo erhofft man sich eine länger anhaltende Schutzwirkung.
Bisher gibt es keine zugelassenen Impfstoffe gegen andere Orthoebolaviren:
- Gegen den Sudan-Typ gibt es derzeit lediglich einen Impfstoffkandidaten und eine antivirale Behandlung, die sich jedoch noch im Versuchsstadium befinden.
- Gegen den Bundibugyo-Typ gibt es derzeit weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung.
Die Ebola-Krankheit ist bisher ausschließlich auf dem afrikanischen Kontinent südlich der Sahara aufgetreten. Es gab aber eine geringe Zahl von Menschen, die das Virus ohne bereits Symptome zu haben in die USA und nach Spanien mitgebracht haben.
Zum ersten Mal brach die Ebola-Krankheit im Jahr 1976 im Norden des damaligen Zaire aus, der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Die Erkrankung breitete sich damals zunächst in Yambuku aus, 100 km entfernt vom Ebolafluss (Legbala). Die meisten Menschen, die damit in Berührung kamen, starben.
Seitdem trat die lebensbedrohliche Krankheit in mehreren afrikanischen Ländern auf, wie zum Beispiel im heutigen Südsudan, in Gabun, der Elfenbeinküste, der Republik Kongo, der Demokratischen Republik Kongo sowie in Guinea, Liberia, Sierra Leone und Uganda.
Die größten Epidemien ereigneten sich bislang in Westafrika (2014 bis 2016) und der Demokratischen Republik Kongo (2018 bis 2020).
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