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Sudan

Sudan: Ärzte ohne Grenzen setzt Operationen im Krankenhaus von Khartum aus – Versorgung mit chirurgischem Material blockiert

Ärzte ohne Grenzen muss die Unterstützung für lebensrettende chirurgische Maßnahmen im Bashair-Lehrkrankenhaus im Süden Khartums einstellen. Hintergrund ist, dass Militärbehörden den Transport von chirurgischem Material von Wad Madani nach Süd-Khartum über einen Monat lang blockiert hatten.  

„Es ist verheerend, dass wir die lebensrettende chirurgische Versorgung im Bashair-Lehrkrankenhaus nicht mehr unterstützen können“, sagt Shazeer Majeed, chirurgischer Referent von Ärzte ohne Grenzen. „Seit Mitte Mai wurden in der Notaufnahme des Krankenhauses fast 5.000 Patient*innen behandelt, und das Operationsteam von Ärzte ohne Grenzen hat mehr als 3.000 chirurgische Eingriffe durchgeführt. Der Bedarf ist enorm. Durch die Blockade von Medikamenten und Materialien wird den Menschen die medizinische Versorgung vorenthalten, die sie so dringend benötigen.“  

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Mitte Mai mit Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums und Freiwilligen im Bashair-Krankenhaus zusammen. Seit dem 8. September haben die Militärbehörden der Organisation die Erlaubnis verweigert, neue chirurgische Hilfsgüter aus ihren Lagern in Wad Madani in Krankenhäuser im Süden Khartums zu bringen. „Nach wochenlangen Gesprächen wurden wir am 1. Oktober darüber informiert, dass die Militärbehörden in Wad Madani den Transport von chirurgischem Material in Krankenhäuser im Süden Khartums nicht mehr zulassen“, sagt Michiel Hofman, Einsatzkoordinator im Sudan. „Trotz wiederholter Gespräche mit den Gesundheitsbehörden bleiben diese wichtigen Güter blockiert, und die Vorräte des Krankenhauses sind inzwischen erschöpft. Wir haben keine andere Wahl, als unsere Unterstützung für die chirurgischen Aktivitäten im Bashair-Lehrkrankenhaus auszusetzen und unser chirurgisches Team vorübergehend abzuziehen. Wir können von unseren medizinischen Teams nicht verlangen, dass sie bleiben, wenn sie nicht mehr die lebensrettende Versorgung leisten können, zu der sie medizinisch verpflichtet sind.“ 

Ärzte ohne Grenzen wird die Versorgung von Müttern, ambulanten Patient*innen und Notfällen im Bashair-Krankenhaus weiterhin unterstützen. Bis auf Weiteres wird auch die medizinische Versorgung in drei weiteren großen Krankenhäusern in Khartum und Omdurman fortgesetzt, doch auch in einigen dieser Krankenhäuser gehen die Vorräte zur Neige. Die chirurgischen Vorräte des Türkischen Krankenhauses im Süden Khartums, das ebenfalls von der Blockade betroffen ist, werden wahrscheinlich innerhalb von zwei Wochen erschöpft sein.  

Ärzte ohne Grenzen führt weiterhin Gespräche mit allen Behörden, um diese Blockade zu beenden.  Die Organisation ist bereit, ihre chirurgischen Aktivitäten wieder aufzunehmen, sobald die Versorgungsleitungen wiederhergestellt sind. 

Für weitere Auskünfte sprechen Sie uns an

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Kathrin Wieland