Indien

Malaria-Einsatz nach starkem Anstieg an Erkrankungen in Mumbai

Am heutigen Tag hat Ärzte ohne Grenzen in Mumbai einen Malaria-Einsatz begonnen. Damit unterstützt die Organisation die städtischen Gesundheitsbehörden im Kampf gegen die Krankheit, nachdem zuvor ein starker Anstieg an Malaria-Fällen verzeichnet wurde.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen, die in Mumbai normalerweise HIV-Patienten behandeln, versorgen ab heute 64 Gesundheitszentren in der Stadt mit 100.000 Sets für die Diagnose und 3.700 Sets für die Behandlung von Malaria. Zudem bildet Ärzte ohne Grenzen Mitarbeiter der Gesundheitszentren in der Diagnose und Behandlung der Krankheit weiter.

Damit reagiert Ärzte ohne Grenzen auf eine Anfrage des Gesundheitsministeriums, die Behandlungsmöglichkeiten der tropischen Malaria, die durch das Plasmodium falciparum verursacht wird, in Mumbai zu verstärken. Etwa 10 bis 15 Prozent der Erkrankten sind dort mit der gefährlichsten Form der Malaria infiziert. Die Diagnosetests, die Ärzte ohne Grenzen bereitstellt, sind eine wirksame Methode um festzustellen, mit welchem Malaria-Erreger ein Patient infiziert ist.

In den am stärksten betroffenen Stadtgebieten leben eine halbe Million Menschen. Dort sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 14.724 Malaria-Fälle registriert worden, fast genauso viele wie im gesamten Jahr 2009. Die Anzahl der Malaria-Infektionen ist damit deutlich angestiegen.

"Mehr als eine Million Patienten in 30 Ländern erfolgreich behandelt"

"Im vergangenen Jahr hat Ärzte ohne Grenzen mehr als eine Million Malaria-Patienten in 30 Ländern erfolgreich behandelt. Wir sind froh, unsere Ressourcen und Kenntnisse mit den Behörden in Mumbai zu teilen. Die Patienten können nur dann eine angemessene Behandlung bekommen, wenn das medizinische Personal die richtige Diagnose machen kann. Die Diagnosetests, die wir bereitstellen, sind zuverlässig und einfach anzuwenden. Ein Tropfen Blut genügt, um das Ergebnis zu bekommen", sagt Tiago Dal Molin, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Mumbai.

Obwohl sich die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten von Malaria verbessert haben, tötet die Krankheit weltweit jedes Jahr noch immer fast eine Million Menschen.

"Die Krankheit wird über infizierte Stechmücken übertragen, ideale Brutplätze der Mücken sind stehende Gewässer. Vermutlich haben heftige Regenfälle in Mumbai zu dem derzeitigen Anstieg an Malaria geführt", sagt Sanjana Maurya von Ärzte ohne Grenzen, die den Einsatz leitet.

"Zu den am stärksten gefährdeten Menschen gehören Migranten, die in Mumbai im Baugewerbe arbeiten. Oft schlafen sie in der Nähe von Baustellen, wo es nach dem starken Regen viel stehendes Wasser gibt", so Tiago Dal Molin.

 

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