Zentralafrikanische Republik

Ärzte ohne Grenzen versorgt 70 Verwundete in der Stadt Bangassou

Am Montag konnte ein mobiles Team von Ärzte ohne Grenzen erste medizinische Hilfe in der Moschee in Bangassou im Osten der Zentralafrikanischen Republik leisten. Dorthin sind vor heftigen Kämpfen rund 250 Menschen geflüchtet. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen zählten in der Moschee insgesamt 25 Verwundete und leisteten für 10 Menschen direkt vor Ort erste Hilfe. Schusswechsel zwangen die Mitarbeiter dann jedoch dazu, sich zurückzuziehen. Fünf der Erstversorgten brauchen chirurgische Hilfe. 34 andere wurden am Montag im Krankenhaus behandelt, wo das Team am Samstag bereits 22 und Sonntag 4 Verletzte versorgt hat. Seit Samstag hat Ärzte ohne Grenzen damit insgesamt 70 durch die Kämpfe Verletzte behandelt.

Ärzte ohne Grenzen ist äußerst besorgt über die Situation der Zivilbevölkerung in Bangassou. Der Organisation liegt die Bestätigung vor, dass die Geflüchteten, die zunächst im Krankenhaus und in der Moschee Zuflucht gesucht hatten, mittlerweile in einer Kirche untergebracht sind. Dennoch bleibt die Sicherheitslage sehr fragil und vor Ort fallen weiterhin Schüsse. Ärzte ohne Grenzen fordert erneut alle Konfliktparteien auf, dringende medizinische Hilfe für Zivilisten und Verwundete zu ermöglichen.

Der Konflikt im östlichen Teil der Zentralafrikanischen Republik hat sich in den vergangenen Monaten zugespitzt und erreichte die früher relativ stabile Provinz Mbomou im März. Am Montag, 8. Mai, versorgten die Teams von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus von Bangassou bereits zwölf Menschen, die bei Zusammenstößen zwischen UN-Streitkräften und einer bewaffneten Gruppe, 25 Kilometer außerhalb der Stadt, verwundet worden waren.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet in der Zentralafrikanischen Republik an mehr als einem Dutzend Standorte und unterstützt das Krankenhaus von Bangassou seit dem Jahr 2014. Von Januar bis März 2017 hat Ärzte ohne Grenzen fast 2.000 Menschen im Krankenhaus von Bangassou behandelt. In den Gesundheitszentren von Yongofongo, Mbalazine und Niakari bietet die Organisation für 206.000 Bewohner der Provinz Mbomou eine lebenswichtige medizinische Versorgung.