Wishlist 2017

Auch für das Jahr 2017 hat die Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen eine Wunschliste zusammengestellt – damit mehr Menschen die Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente erhalten, die sie benötigen:

1. Bessere Tests zur schnellen und sicheren Diagnose von tödlichen Kinderkrankheiten

Unser Wunsch #1 auf der Liste für 2017: Bessere Tests zur Diagnose von tödlichen Kinderkrankheiten! Denn häufig gibt es für die Krankheiten, denen Ärzte ohne Grenzen in den Projekten begegnet, keine Tests. Wenn es sie gibt, sind sie oft nicht verlässlich oder nicht an die Bedingungen vor Ort angepasst. Bessere Diagnostika würden uns eine zielgenauere und vor allem schnellere Behandlung erlauben.

2. Pneumokokken-Impfstoff für 5 US-Dollar pro Kind für alle ärmeren Länder

Fast eine Million Kinder sterben jedes Jahr an einer Lungenentzündung. Es gibt effektive Impfstoffe, die viele Todesfälle vermeiden könnten, aber für viele Länder sind diese viel zu teuer. Unsere Petition „A Fair Shot – bezahlbarer Impfstoff für jedes Kind“ hat erreicht, dass die Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) und Pfizer die Preise für ihre Impfstoffe für Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen auf rund 10 US-Dollar gesenkt haben. Doch diese Preissenkungen sind nicht ausreichend, wenn sie nicht auch für die Regierungen ärmerer Länder gelten, die sich die lebensrettenden Impfstoffe sonst nicht leisten können.

3. Eine kürzere und tablettenbasierte Behandlung, um Menschen mit Schlafkrankheit einfacher zu heilen

Gegen die Afrikanische Schlafkrankheit gibt es Medikamente – doch sie müssen zehn Tage lang durch Injektionen in einen Muskel verabreicht werden. In schwer zu erreichenden, ländlichen Regionen ist die Behandlung von Patienten eine große Herausforderung. Bei fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung ist sie zudem mit starken Nebenwirkungen verbunden. Eine einfachere und verträglichere Therapie ist unser Wunsch #3 für 2017.

4. Verbesserter Zugang zu neuen Tuberkulose-Medikamenten wie Delamanid und Bedaquilin

480.000 Menschen sind allein im Jahr 2015 an resistenter Tuberkulose (TB) erkrankt. Die am häufigsten gegen TB verwendeten Medikamente sind alt und haben teilweise extreme Nebenwirkungen. Nach fast 50 Jahren ohne medizinischen Fortschritt wurden nun zwei neue Medikamente entwickelt: Delamanid und Bedaquilin. Doch nur ein Bruchteil der Menschen, die diese Medikamente bräuchten, haben bislang Zugang zu ihnen. Wir wünschen uns, dass die neuen TB-Medikamente für alle erhältlich und bezahlbar sind flächendeckend zugelassen werden.

5. Ein Impfstoff, der gegen alle Stämme von Ebola und verwandte Viren schützt

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika kostete rund 11.000 Menschen das Leben. Die Helferinnen und Helfer vor Ort taten das ihnen Mögliche – ohne dabei auf einen effektiven Impfstoff oder wirksame Medikamente zurückgreifen zu können. An einem Impfstoff war zwar schon Jahre vor dem Ausbruch geforscht worden, er wurde jedoch nie entwickelt. Die Entwicklung ist kostenintensiv, und der Impfstoff versprach keine hohen Gewinne. Erst als die Ebola-Epidemie in vollem Gange war, wurden die notwendigen Gelder zur Verfügung gestellt. Wir wünschen uns, dass so bald wie möglich ein Impfstoff gegen alle Stämme von Ebola und verwandte Infektionen entwickelt wird.