Rede von Angela Merkel auf Weltgesundheitsversammlung enttäuschend

Anlässlich der heute gehaltenen Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf
der 68. Weltgesundheitsversammlung in Genf erklärt Philipp Frisch,
Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland:

„Ärzte ohne Grenzen ist von der Rede von Angela Merkel enttäuscht. Leider
hat die Bundeskanzlerin den zentralen Punkt praktisch nicht erwähnt: die
Gesundheitsforschung. Fehlende Forschung verbindet die Themen Ebola,
vernachlässigte Krankheiten und antimikrobielle Resistenzen. In allen drei
Bereichen mangelt es an effizienten Medizinprodukten, weil sie wegen
geringer Profitchancen für die private Industrie nicht interessant sind.
Daher wäre es umso wichtiger, dass die Staaten endlich Verantwortung
übernehmen, um dieses Marktversagen auf Kosten der Bevölkerung in ärmeren
Ländern auszugleichen. Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat deutlich
gezeigt, dass die Staatengemeinschaft jetzt handeln muss, um auf zukünftige
Epidemien besser vorbereitet zu sein.

Wir hoffen, dass die Bundesregierung dieses Versäumnis korrigiert und auf
dem G7-Gipfel in Elmau im Juni die Wurzel des Problems bei der Bekämpfung
von Ebola, bei vernachlässigten Krankheiten und bei antimikrobielle
Resistenzen angeht: Die Staatengemeinschaft muss endlich die Entwicklung
von Impfstoffen, Diagnostika und Therapien voranbringen, denn von der
Pharmaindustrie ist wegen geringer Gewinnaussichten wenig zu erwarten.“