Welt-Aids-Tag 2015

Rowan Pybus/MAKHULU

Am 1. Dezember ist der Welt-Aids-Tag 2015. Weltweit leben derzeit etwa 37 Millionen Menschen mit dem HI-Virus – 70 Prozent davon in Subsahara-Afrika. Seit dem Jahr 2000 sind mehr als 25 Millionen Menschen an den Folgen von Aids gestorben, allein im Jahr 2014 waren es 1,2 Millionen Menschen – fast 3300 jeden Tag.

Obwohl große Fortschritte bei der Bekämpfung von HIV/Aids zu verzeichnen sind und sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch die der Todesfälle in den letzten Jahren gesunken ist, gibt es nach wie vor große Herausforderungen. So sehen beispielsweise die neuen Behandlungsrichtlinien der WHO vor, dass alle Menschen sofort nach der Diagnose lebensrettende antiretrovirale Medikamente angeboten bekommen sollen, die das Todesurteil HIV/Aids in eine lebenslange Krankheit umwandeln können. Heute haben mehr als 15 Millionen Menschen Zugang zu dieser Therapie. Dies ist zwar die höchste Zahl seit Beginn der Epidemie, allerdings werden mehr als 20 Millionen der 37 Millionen Menschen, die mit HIV leben, nach wie vor nicht behandelt. Eines der Haupthindernisse ist dabei nach wie vor der hohe Preis der Therapie – insbesondere wenn neuere HIV-Medikamente zum Einsatz kommen müssen, weil Patienten Resistenzen gegen die Ersttherapie entwickeln. Auch die Behandlung von Begleitinfektionen wie Tuberkulose und Hepatitis C wird durch teure oder veraltete Medikamente erschwert.

Seit 2002 ist der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria weltweit das wichtigste multilaterale Finanzierungsinstrument im Kampf gegen HIV/Aids. Er stellte bislang unter anderem Medikamente für die Behandlung von 8,1 Millionen Menschen mit HIV/Aids bereit.

Mehr Engagement der deutschen Regierung gefordert

Der Fonds wird im Wesentlichen von den reichen Industrieländern finanziert, die jeweils für drei Jahre Beiträge zusagen. Die nächste Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds findet 2016 statt. Anlässlich des Welt-Aids-Tages fordert Ärzte ohne Grenzen die Bundesregierung auf, ihren seit 2008 stagnierenden Beitragssatz zum Globalen Fonds von derzeit etwa 200 Millionen Euro im Jahr auf mindestens 400 Millionen Euro im Jahr zu erhöhen. Diese Verdopplung ist mindestens notwendig, um die bereits geförderten Programme aufrecht zu erhalten und die Projekte ausweiten zu können. Die deutsche Regierung muss sich dringend mehr im weltweiten Kampf gegen HIV/Aids engagieren.

Das HIV-Aufklärungsprojekt von Ärzte ohne Grenzen im Township Khayelitsha

Im Township Khayelitsha, in Südafrika, hat Ärzte ohne Grenzen mit Künstlern, Aktivisten und jungen HIV-positiven Menschen zusammengearbeitet, um Menschen darin zu bestärken, sich testen und behandeln zu lassen. Unter anderem sind so im Vorfeld des Welt-Aids-Tags 2015 ein Song und ein riesiges Wandgemälde entstanden - das Video auf dieser Seite berichtet davon.