Andreas Bründer

Andreas Bründer wurde 2016 erstmals in den Vorstand der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen gewählt.
 
Ich wollte schon früh hinaus in die Welt, nicht nur zum Reisen, sondern um dort zu leben, Menschen anderer Kulturen kennenzulernen und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Mit 25 Jahren lernte ich während einer sechsmonatigen Reise in Tibet Ärzte ohne Grenzen kennen, und mir wurde klar: Das ist genau das, was ich schon immer machen wollte.
 
Zurück in Deutschland bewarb ich mich, und mein Beruf als Elektrotechniker war die beste Voraussetzung dafür, als Logistiker anzufangen. Im Oktober 1995 war es soweit: Ich war auf dem Weg in den Süden des Sudans. Ich blieb acht Monate, und bei meiner Abreise nahm ich unschätzbare Erfahrungen über das Leben und Erinnerungen an Menschen mit, deren Überlebenskampf in dieser Welt nicht zu rechtfertigen ist. Mit Ärzte ohne Grenzen können wir direkt Hilfe leisten und lautstark für Veränderungen eintreten. Das macht die Arbeit so besonders.
 
Es folgten Einsätze in Uganda, Mosambik, Sudan, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan und Indien. Mein Studium der Tibetologie habe ich zum Hobby gemacht, und mein Jugendwunsch, für Menschen in Not und mit Menschen anderer Kulturen zu arbeiten, wurde meine Berufswahl. 
 
Mit zunehmender Erfahrung steigt auch die Verantwortung. Das ist bei Ärzte ohne Grenzen ganz normal. Somit ist mein Werdegang vom Logistiker über den Logistik-Koordinator zum Landeskoordinator auch nachvollziehbar. Das Tolle am Job des Landeskoordinators ist, dass man nah am Geschehen im Land und an unseren Aktivitäten in den Projekten ist. Gleichzeitig arbeitet man strategisch und muss mit Politikern und anderen offiziellen Akteuren verhandeln.
 
15 Jahre war ich mit Ärzte ohne Grenzen unterwegs und bin auf der Vollversammlung 2016 in den Vorstand gewählt wurden. Seit Juni 2015 lebe ich mit meiner Familie wieder in Hamburg und arbeite momentan als Geschäftsführer des Tibetischen Zentrums e.V. in Hamburg.
 
Die Arbeit mit Ärzte ohne Grenzen bereitet mir viel Freude. Und ich freue mich darauf, meine Erfahrungen aus der Arbeit im Projekt in die Vorstandsarbeit einzubringen.