USA

Gefährdete Gruppen müssen dringend vor Covid-19 geschützt werden

In New York leben mehr als 50.000 Menschen auf der Straße. Um diesen Menschen Zugang zu Hygiene- und Waschräumen zu bieten, bauen unsere Teams mobile Duschcontainer auf.

Viele Bevölkerungsgruppen in den USA hat nur wenig Mittel zur Verfügung. Dadurch fehlt den Menschen die Möglichkeit, essentielle Dienste zu nutzen, die ihnen helfen könnten, sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Besonders gefährdet sind Menschen, die ein unsicheres oder gar kein Zuhause haben: In New York schlafen beispielsweise mehr als 50.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften. Wir haben dort u.a. 80 Handwaschstationen gespendet und 1.000 Mobiltelefone an gefährdete Menschen verteilt, um ihnen im Notfall eine Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Unsere Erfahrung im Einsatz gegen Infektionskrankheiten auf der ganzen Welt teilen wir mit Organisationen vor Ort und helfen so bei der Anpassung und Anwendung von Richtlinien auf die Bedürfnisse bestimmter Gruppen.

In den Vereinigten Staaten ist es dringend erforderlich, diejenigen Gemeinschaften in den Fokus zu nehmen, denen nur unzureichende Ressourcen zur Verfügung stehen. Das gilt in besonderem Maße für gefährdete Gruppen wie Obdachlose, die nicht die notwendigen Mittel haben, um inmitten einer Pandemie gesund zu bleiben: „Um die Menschen vor Covid-19 zu schützen, lauten die Anweisungen der zuständigen Behörden in den meisten Bundesstaaten: zu Hause bleiben, Menschenmassen meiden und häufiges Händewaschen“, sagt Dr. Carrie Teicher, Leiterin unserer Programme in den USA. „Für die Millionen von Menschen, die in unsicheren Wohnverhältnissen leben, ist das aber nicht möglich. Wo sollen sie duschen oder ihre Hände waschen, wenn öffentliche Toiletten und Einrichtungen geschlossen sind? Wie sollen die Menschen sich selbst isolieren, wenn sie in Notunterkünften oder in Gemeinschaftsunterkünften leben?“

Beim Zugang zu wichtigen Diensten gibt es große Unterschiede von Ort zu Ort

Seit Beginn der Pandemie haben wir unzählige Anfragen erhalten, hauptsächlich von zivilgesellschaftlichen Organisationen, lokalen Regierungen und Gesundheitsdienstleistern, die betroffene Gemeinden in den Vereinigten Staaten betreuen und Ratschläge zur Sicherheit von Mitarbeitenden sowie der zu Betreuenden suchen.

„In den USA haben die Bundesstaaten die Führung bei der Pandemie-Eindämmung übernommen. Bei den Dienstleistungen gibt es von Ort zu Ort große Unterschiede“, sagte Jean Stowell, Leiterin unseres Covid-19-Teams in den Vereinigten Staaten. „Mit unseren Erfahrungen, die wir weltweit beim Einsatz gegen Infektionskrankheiten gemacht haben, unterstützt Ärzte ohne Grenzen Organisationen und Gesundheitsdienstleister in den USA. Wir helfen insbesondere bei der Anpassung und Anwendung von Leitlinien im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Unsere Hilfsmaßnahmen passen wir an die gegebenen Erfordernisse und verfügbaren Ressourcen an.“

Handwaschstationen und Mobiltelefone zum Schutz der New Yorker Bevölkerung

In New York City, dem derzeitigen Epizentrum der globalen Pandemie, schlafen jede Nacht mehr als 50.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften. Wir arbeiten mit lokalen Organisationen zusammen, um die Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle zu verbessern – speziell in Einrichtungen, in denen Menschen geholfen wird, die eine unsichere oder gar keine Unterkunft haben. Wir haben mehr als 80 Handwaschstationen an Orte wie Suppenküchen und unterstützende Wohneinrichtungen gespendet. Zudem haben wir 1.000 Mobiltelefone an gefährdete Menschen in New York verteilt, damit sie Notfall- und Unterstützungsdienste kontaktieren können. Schließlich haben wir in Manhattan einen Wohnwagen mit temporären Duschen eröffnet; dort können Menschen, die derzeit keinen Zugang zu solchen Einrichtungen haben, kostenlos duschen.

Auch an andere Orte, an denen es an Versorgung fehlt, haben wir mehrere Teams geschickt. Sie werden unter anderem prüfen, welchen Bedarf an Unterstützung es in Puerto Rico, Florida und in indigenen Gemeinschaften im Südwesten der USA gibt.