Unsere Hilfe in Belarus (Weißrussland)

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2016 die Hilfe in Belarus (Weißrussland) fort: Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden verfolgten die Teams das Ziel, die Therapietreue von Patienten mit multiresistenter Tuberkulose zu verbessern.

Die Hilfe in Belarus im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen unterstützte mit der Hilfe in Belarus vier öffentliche Einrichtungen für Tuberkulose (TB) in der Stadt Minsk und in der gleichnamigen Region. Im „Global Tuberculosis Report 2016“ der Weltgesundheitsorganisation wird Belarus als ein Land aufgeführt, das eine hohe Belastung durch multiresistente Tuberkulose trägt. Die Teams stellten monatlich psychosoziale Hilfe (Beratung, Nahrungsmittelpakete, Transportgutscheine, Unterstützung durch Sozialarbeiter) für 150 bis 200 Patientinnen und Patienten zur Verfügung, um die Therapietreue sicherzustellen. Außerdem führten sie 2016 eine Studie durch, die Alkoholmissbrauch als wichtigen Risikofaktor für die Therapietreue ermittelte. Ärzte ohne Grenzen berücksichtigte dies daraufhin im Programm.
  • Bis Ende 2016 behandelten die Teams im Rahmen der Hilfe in Belarus auch 50 Patienten, die an extensiv resistenter Tuberkulose erkrankt waren, mit den neuen TB-Medikamenten Bedaquilin und Delamanid.
  • Das Tuberkulose-Projekt von Ärzte ohne Grenzen ist Teil der „Stop TB“-Beobachtungsstudie, die mehr als 15 Länder weltweit abdeckt und darauf abzielt, kürzere, weniger giftige und wirksamere Behandlungen für multiresistente Tuberkulose zu finden. Ärzte ohne Grenzen führte diese Studie in Kooperation mit „Partners in Health“ und „Interactive Research and Development“ durch. Bis zum Jahresende wurden 46 Patientinnen und Patienten in Belarus für diese Studie aufgenommen.
  • Im Rahmen der TB-Hilfe in Belarus erhielten Ärzte ohne Grenzen und das Zentrum für Lungenerkrankungen und Tuberkulose (RSPC PT) in Minsk Ende 2016 die Genehmigung der Regulierungsbehörden und des Ethik-Komitees, an einem klinischen Test für multiresistente Tuberkulose teilzunehmen, der parallel zur „Stop TB“-Studie läuft.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2015 Hilfe in Belarus an.