Unsere Hilfe in Swasiland

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Die medizinische Hilfe in Swasiland konzentrierte sich im Jahr 2015 darauf, für HIV- und Tuberkulose-Patienten den Zugang zur Diagnostik und Behandlung zu verbessern, indem Ärzte ohne Grenzen eine integrierte und dezentralisierte Versorgung anbot und innovative Methoden anwendete.

Unsere Hilfe in Swasiland im Einzelnen (Auszug):

  • Bereits seit 2007 leistet Ärzte ohne Grenzen Hilfe in Swasiland, um gemeinsam mit den Behörden die Gesundheitskrise zu bewältigen: Das Land kämpft gegen die Doppel-Epidemie von Tuberkulose und HIV und weist weltweit das höchste Vorkommen an Tuberkulose (TB) auf. Darüber hinaus steigt die Anzahl der Menschen mit einer resistenten TB-Form. Rund 80 Prozent der TB-Kranken leiden zudem unter einer HIV-Infektion.
  • Im Jahr 2014 setzte sich Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Swasiland für die Einführung neuer Medikamente (Bedaquilin und Delamanid) ein, da die Anzahl der extensiv resistenten TB-Fälle schnell zunahm. 2015 konnten die Patienten mit diesen Arzneimitteln und in Kombination mit anderen Medikamenten behandelt werden, was für die Erkrankten eine große Veränderung darstellte. Bis zum Jahresende 2015 wurden 22 Patientinnen und Patienten mit extensiv resistenter TB in den Projekten von Ärzte ohne Grenzen in Manzini und Shiselweni auf diese Weise behandelt.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte 2015 auch die integrierte Behandlung von HIV und TB in 22 Gemeindegesundheitszentren in Shiselweni fort. Als Teil dieser Hilfe in Swasiland betrieben die Teams seit 2012 kleine Labore, in denen im Jahr 2015 insgesamt 47.842 biochemische Tests, 19.340 CD4-Tests und 30.726 Viruslasttests durchgeführt wurden. Letztere überprüfen die Anzahl der HI-Viren in der Blutprobe, was wiederum Aufschluss über das Fortschreiten der HIV-Infektion gibt. Ärzte ohne Grenzen schulte zudem Menschen mit HIV als fachkundige Patienten oder Laien-Berater, damit sie andere Patienten unterstützen, die Therapie durchzuhalten.
  • Um die HIV-Hilfe in Swasiland näher an die Patienten heranzubringen, startete Ärzte ohne Grenzen 2015 zahlreiche Gemeindegruppenmodelle. Darunter befanden sich auch antiretrovirale Behandlungsgruppen und Clubs auf Gemeindeebene, deren Mitglieder abwechselnd die Arzneimittel für alle Patienten aus den oft weit entfernt liegenden Kliniken abholen. Da das Ergebnis dieses Pilotprojektes positiv war, wurden diese Gruppen auf nationaler Ebene eingerichtet.
  • Das Pilotprojekt „Test und Behandlung“, das in Nhlangano gestartet worden war, erwies sich ebenfalls als erfolgreich. Es wurde mittlerweile als Standardvorgehen in der Gesundheitszone eingeführt. Die Akzeptanzrate dieser Strategie war sehr hoch: 84 Prozent der HIV-positiv getesteten Menschen waren damit einverstanden, eine antiretrovirale Therapie zu beginnen. Bei Schwangeren lag die Akzeptanzrate sogar bei 96 Prozent.
  • Seit 2013 führt Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Swasiland auch Forschungsarbeiten durch: Dabei geht es um einen medikamentensensiblen Test für die Behandlung von multiresistenter TB, der weniger kosten würde und eine nachhaltigere Option für die Region wäre als die üblicherweise benutzte Mykobakteriendiagnostik.
  • In Matsapha, dem Industriezentrum Swasilands, ist die HIV-Verbreitung landesweit am stärksten. Auch 2015 bot Ärzte ohne Grenzen daher eine umfassende integrierte Gesundheitsversorgung für HIV und TB an. Die Teams führten 34.101 Sprechstunden durch: im Bereich der Mütterversorgung, Immunisierung für Kinder, Familienplanung, ambulanten Behandlung, medizinischen und psychologischen Hilfe für Opfer sexueller Gewalt sowie der Behandlung von HIV/TB.
  • Die medizinische Hilfe in Swasiland bestand auch darin, die resistente TB-Diagnostik im Nationalen TB-Referenzlabor zu unterstützen. In Matsapha und Mankayane führten sie – parallel zur 20-monatigen Standardtherapie für Patienten mit resistenter TB – ein neunmonatiges Behandlungsmodell als Teil einer Beobachtungsstudie ein. Die Ergebnisse sind bislang vielversprechend.
  • Ärzte ohne Grenzen begann 2015 zudem ein neues Projekt: Die Teams unterstützten das Nationale TB-Krankenhaus in Moneni, dem Überweisungshospital für resistente TB-Formen im Land. Ziel des neuen Projekts ist es, die ambulante Behandlung von Patienten mit resistenter TB zu auszuweiten. Bis zum Jahresende 2015 hatte das Team 117 Patienten auf diese Weise behandelt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2007 Hilfe in Swasiland an.