Unsere Hilfe in Swasiland

Sichtlich erleichtert: Der Tuberkulose-Test, den dieser ältere Mann in unserer Klinik in Matsapha gemacht hat, war negativ. Solche Untersuchungen sind ein Schwerpunkt unserer Hilfe in Swasiland.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Die medizinische Hilfe in Swasiland konzentrierte sich im Jahr 2017 darauf, die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind zu verringern. Gleichzeitig setzten sich die Teams dafür ein, dass Patienten mit HIV, Tuberkulose (TB) und resistenter TB besser dezentral versorgt werden konnten.

Unsere Hilfe in Swasiland im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte die HIV- und TB-Hilfe in Swasiland fort, da das Land eine der höchsten HIV-Raten weltweit aufweist. Es gibt allerdings Anzeichen, dass sich die HIV-Epidemie stabilisiert: In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der HIV-bedingten Todesfälle zurückgegangen. Einer Studie von 2017 zufolge hat sich die Rate der Neuinfektionen zudem innerhalb von fünf Jahren halbiert.
  • Die Teams konzentrierten ihre Hilfe in Swasiland auf die Behandlungsstrategie „test and start“. So starteten die Teams in der Region Shiselweni bei einer positiven HIV-Diagnose sofort mit der Behandlung, unabhängig von klinischen Kriterien. Zudem haben sie innovative Ansätze eingeführt, wie die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) für Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten HIV-Infektionsrisiko oder den oralen HIV-Selbsttest für Bevölkerungsgruppen, die nur schwer zu erreichen sind. Seit Mai 2017 nutzten 129 Personen die Präexpositions-Prophylaxe und 2.140 Personen den Selbsttest.
  • Im Fokus der Hilfe in Swasiland stand für Ärzte ohne Grenzen zudem die fachmedizinische Versorgung und Unterstützung von HIV-positiven Menschen: Dies schließt die Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten der zweiten und dritten Therapielinie ein, Reihenuntersuchungen zu Gehirntumoren und die routinemäßige Untersuchung auf das Kryptokokken-Antigen, das einen Indikator für Meningitis darstellt. Im Jahr 2017 wurden 2.637 Frauen auf Gehirntumore untersucht, von denen 17 Prozent positiv waren. 60 Prozent dieser Frauen behandelte Ärzte ohne Grenzen. Die Teams kümmerten sich darüber hinaus um eine gemeindebasierte Versorgung, die auch HIV-Behandlungsclubs für Erwachsene und Jugendliche einschloss.
  • Swasiland weist eine der höchsten TB-Raten weltweit auf. Aufgrund der engen Verbindung zwischen der HIV- und TB-Epidemie, sind 70 Prozent der TB-Erkrankten auch HIV-positiv. Im Rahmen der Hilfe in Swasiland forschte Ärzte ohne Grenzen 2017 weiterhin nach einer kürzeren Behandlungsform für multiresistente Tuberkulose in der Region Manzoni. 149 Patientinnen und Patienten wurden in diese Studie aufgenommen. 132 von ihnen haben ihre Therapie mit einer Erfolgsrate von 72 Prozent beendet. 2018 soll diese Studie nach einer einjährigen Nachsorge abgeschlossen werden. Schon im Jahr 2017 wurde die kürzere Therapieform für multiresistente Tuberkulose in das nationale Behandlungsprotokoll aufgenommen. Ärzte ohne Grenzen leistete bei der Umsetzung technische Hilfe.
  • Zur Hilfe in Swasiland gehörte 2017 auch, dass die Teams das nationale TB-Referenzlabor in Mbabane unterstützten und das Labor auf das 3. Bio-Sicherheitsniveau hochrüsteten.
  • Das nationale Tuberkulose-Programm war sehr erfolgreich bei der Lieferung neuer TB-Medikamente und Diagnosemittel. Es erzielte zudem Fortschritte bei der Dezentralisierung der Behandlung und übernahm sogar die Unterstützungspakete für Patienten mit resistenter Tuberkulose. Diese schließen die Ernährunghilfe, die Übernahme von Transportkosten und Aktivitäten zur Erhöhung der Therapietreue ein. Aus diesem Grund wird Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Swasiland allmählich zurückfahren und die Projekte in Manzini an die Behörden übergeben. Im März wurden bereits die meisten Aktivitäten im Gesundheitszentrum in Matsapha an die AIDS-Healthcare Foundation übertragen. Die Teams unterstützten dort allerdings weiterhin das Programm zur Behandlung der resistenten Tuberkulose-Formen sowie das Labor. Im Dezember wurden zudem die Aktivitäten zur Behandlung resistenter Tuberkulose im Krankenhaus von Mankayane und in der Klinik in Lyengo durch Übergabe an die Gesundheitsbehörden beendet.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2007 Hilfe in Swasiland an.