Unsere Hilfe im Südsudan

Auch der Südsudan ist von den verheerenden Überschwemmungen in Ostafrika betroffen: Mindestens 800.000 Menschen benötigen akut medizinische Hilfe.

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Überschwemmungen im Südsudan

Nach heftigen Regenfällen im Osten und Nordosten des Südsudans stehen weite Teile des Landes unter Wasser. Tiere sind verendet und Felder überflutet. Hunderttausende Menschen sind von Mangelernährung und Krankheiten bedroht, viele sitzen zwischen den Wassermassen fest. Auch mehrere unserer Krankenhäuser wurden überflutet. Für den ganzen Dezember werden weitere Niederschläge vorhergesagt.

Ende Oktober 2019 hat die Regierung des Südsudans infolge verheerender Überschwemmungen für 27 betroffene Regionen des Landes, in denen 800.000 – 900.000 Menschen leben, den Notstand ausgerufen. Unsere Teams leisten an mehreren Orten Nothilfe. Sie sorgen sich sehr um die Menschen – gerade auch in Gebieten, die sie nicht erreichen können. Wir registrieren mehr Erkrankungen, die durch verunreinigtes Trinkwasser und Mücken verursacht werden. Die Menschen haben Durchfall, Atemwegsinfektionen und Malaria, diese sind für die meisten Todesfälle von Kindern im Südsudan verantwortlich.

In der Region Pibor, die zu den am stärksten betroffenen Gebieten gehört, könnte die unterbrochene Kühlkette für Impfungen Folgen haben: Wir fürchten, dass ein Masernausbruch, der gerade zurückgegangen war, sich wegen der unhygienischen Lebensbedingungen wieder ausweiten könnte.  Zudem besteht die Gefahr von tödlichen Epidemien, wie Cholera und Hepatitis A.

Auch andere Länder Ostafrikas sind von den Überschwemmungen betroffen. So helfen wir der Bevölkerung auch in Somalia.

09.12.2019

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Unsere Aktivitäten im Rückblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete 2018 weiterhin Hilfe im Südsudan, da mehr als zwei Millionen Vertriebene aufgrund des fünfjährigen Konflikts im Land lebten. Zudem suchten zwei Millionen Südsudanesen Zuflucht vor der Gewalt in Nachbarländern.

Unsere Hilfe im Südsudan im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte 2018 die Hilfe im Südsudan fort, da es in vielen Landesteilen kaum eine medizinische Versorgung gab. Ärzte ohne Grenzen betreute 2018 insgesamt 16 Projekte landesweit. Diese Arbeit wurde mehrfach durch gezielte Angriffe auf medizinische Einrichtungen und Fachkräfte behindert. Unsere Teams hielten 1.157.900 ambulante Konsultationen, nahmen 56.200 Personen stationär auf, halfen bei 14.300 Geburten, nahmen 7.540 größere Operationen vor.
  • Unsere Hilfe im Südsudan umfasste zahlreiche Aktivitäten für Vertriebene und Menschen in abgelegenen Gemeinden: In Old Fangak, einer Region im Norden, betreute Ärzte ohne Grenzen das einzige Krankenhaus. Die Teams betreuten zudem mobile Kliniken und lokale Gesundheitsposten nahe Lankien und Pieri. Nachdem es in Ulang zu gewalttätigen Konflikten und Vertreibung kam, unterstützten wir in einer lokalen Klinik die Notaufnahme und stationäre Versorgung. Weiter nördlich, in Aburoc, betreuten wir eine Klinik mit zwölf Betten. Im Süden arbeiteten die Teams im Rahmen der Hilfe im Südsudan in einer Klinik in Yei sowie auf der pädiatrischen Station des staatlichen Krankenhauses. Sie betreuten drei Gesundheitszentren in Pibor und ein weiteres in der Stadt Mundri. Im Dezember übergaben wir die mobilen Kliniken nahe Akobo sowie ein Gesundheitszentrum in Kier an andere Akteure.
  • Unsere Hilfe im Südsudan umfasste auch die Unterstützung des staatlichen Krankenhauses in Aweil auf mehreren Stationen sowie des 80-Betten-Krankenhaus in Lankien. Wir behandelten dort auch Mangelernährung.
  • Unsere Teams reagierten 2018 zudem auf zahlreiche Epidemien: Sie behandelten in Lankien mehr als 37.000 Malaria-Patienten, impften 23.000 Kinder gegen Masern in Aweil und führten eine präventive Cholera-Impfkampagne für mehr als 200.000 Menschen in Juba durch.
  • In Maban versorgten wir Geflüchtete aus dem Sudan im Lager Doro und unterstützten das staatliche Krankenhaus in Bunj sowie eine Klinik für Geflüchtete in Yida. Das HIV- und Tuberkulose-Programm wurde im Mai übergeben.
  • In Agok beendeten wir die Renovierung des einzigen Krankenhauses im Gebiet Abyei, das zwischen Sudan und Südsudan umstritten ist. Zudem behandelten wir im Rahmen der Hilfe im Südsudan mehr als 25.000 Personen während des Höhepunktes der Malaria-Saison.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1983 Hilfe im Südsudan an.