Unsere Hilfe in Malawi

Häufig sind nach Naturkatastrophen Straßen und Wege zerstört, wie nach dem Wirbelsturm im März 2019. Hilfskonvois kommen dann nicht immer an ihr Ziel.

Unsere Aktivitäten im Rückblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte im Jahr 2018 die Hilfe in Malawi darauf, die Sterblichkeitsrate von Menschen, die mit HIV lebten, zu verringern. Vor allem Frauen, Jugendliche und anderen anfällige Gruppen sollen früher und besser versorgt werden.

Unsere Hilfe in Malawi im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen legte 2018 erneut den Fokus auf die HIV-Hilfe in Malawi. Die Rate der Neuerkrankungen lag bei mehr als zehn Prozent bei Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren. Dies ist eine der höchsten Neuerkrankungsraten weltweit. Das landesweite HIV-Programm hat zwar beträchtliche Erfolge erzielt: Mehr als 80 Prozent der eine Million HIV-positiv getesteten Menschen werden behandelt. Doch es sind wirksamere Strategien nötig, um HIV-Infektionen vorzubeugen und die Sterblichkeit bei Risikopatienten zu verringern.
  • Im ländlichen Bezirk Chiradzulu konzentrierten sich die Teams im Rahmen der HIV-Hilfe in Malawi auf die komplexen Fälle. Dazu gehörten Patientinnen und Patienten, die Medikamente der zweiten oder dritten antiretroviralen Therapielinie einnahmen sowie solche mit Begleiterkrankungen. Im Jahr 2018 versorgten wir mehr als 5.500 Patienten und Patientinnen, von denen 2.500 Kinder und Jugendliche waren. Zu dieser Hilfe in Malawi gehörten auch dezentralisierte ambulante Kliniken, „Teen-Clubs“ für Jugendliche, vor Ort durchgeführte HIV-Tests und Beratung. In Nsanje, wo unsere Teams in zehn Kliniken arbeiteten, unterstützten wir die Behörden dabei, frühzeitig zu behandeln und dezentralisierte Versorgungsmodelle anzubieten. Denn rund 25-30 Prozent der HIV-Patientinnen und Patienten suchten erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium Hilfe in Malawi auf. Dies erhöhte das Risiko, an Begleitinfektionen zu erkranken oder zu sterben.
  • Gebärmutterhalskrebs ist für 40 Prozent aller Krebserkrankungen in Malawi verantwortlich. Mehr als 2.314 Frauen starben jährlich daran. Ärzte ohne Grenzen hat ein umfassendes Gebärmutterhalskrebs-Programm entwickelt: Reihenuntersuchungen, Diagnose, Impfung, Behandlung, Chirurgie, Chemotherapie, Radiotherapie und Schmerzversorgung gehörten zu dieser Hilfe in Malawi. 2018 nahmen 11.000 Frauen an Screenings in den Bezirken Blantyre und Chiradzulu teil. Zudem begannen wir mit dem Bau einer Klinik für Gebärmutterhalskrebs im Krankenhaus von Queen Elisabeth, dem wichtigsten Universitäts-Lehrkrankenhaus. Sie wird 2019 eröffnet werden und einen Operationssaal, eine Station mit 18 Betten und eine Tagesklinik umfassen.
  • Wir beendeten unsere Arbeit in den Gefängnissen in Maula, Chichiri, Dedza und Kachere, indem wir die HIV- und Tuberkulose-Projekte an die Behörden übergaben. Mehr als 400 Häftlinge hatten 2018 von dieser Hilfe in Malawi profitiert.
  • Die Teams setzten 2018 das Projekt entlang der Handelsstraße zwischen Malawi und Mosambik fort. Ärzte ohne Grenzen bot umfassende HIV-, TB und reproduktive Gesundheitsversorgung für Sexarbeitende in den Bezirken Dedza, Mwanza, Zalewa, Dedza und Nsanje an. Ende 2018 hatten die Teams 4.784 Sexarbeitende in das Projekt aufgenommen, darunter 850 Frauen, die mit HIV lebten. 80 Prozent von ihnen wurden im Rahmen dieser Hilfe in Malawi mit antiretroviralen Medikamenten behandelt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Malawi an.

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