Unsere Hilfe in Malawi

Unsere Hilfe in Malawi umfasst die medizinische Versorgung von Gefängnisinsassen wie hier in Chichiri/Blantyre. Seitdem wir 2014 unser Projekt in dem Gefängnis begonnen haben, sind die Todesfälle und Krankheitsraten unter den Häftlingen enorm zurückgegangen.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte im Jahr 2017 die Hilfe in Malawi auf eine bessere Versorgung von HIV-Patientinnen und Patienten, vor allem von Jugendlichen und anderen anfälligen Gruppen.

Unsere Hilfe in Malawi im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen legte im Jahr 2017 erneut den Fokus auf die HIV-Hilfe in Malawi. Seit den 1990er-Jahren, als die Epidemie ihren Höhepunkt erreichte, hat sich viel zum Besseren verändert, aber es bleibt noch viel zu tun. Nach Angaben von UNAIDS ist die Häufigkeit von HIV von rund 14,2 Prozent im Jahr 2003 auf 9,2 Prozent im Jahr 2016 gesunken. Zur Jahresmitte 2017 erhielten 714.691 Personen, die mit HIV lebten, lebensverlängernde antiretrovirale Medikamente. Gleichwohl bleibt HIV weiterhin die Haupttodesursache von Erwachsenen in Malawi. Jedes Jahr kommen rund 28.000 neue Fälle hinzu. Die bisherigen Fortschritte konnten nur aufgrund internationaler Finanzmittel erzielt werden. Hinzu kommt, dass es einen ernsthaften Mangel an Gesundheitsfachkräften im Land gibt.
  • Im Bezirk Chiradzulu endete die vierjährige Übergabephase der Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen an die Behörden. Im Vorjahr hatten Studien von Ärzte ohne Grenzen ergeben, dass es zu Engpässen beim Erkennen und bei der rechtzeitigen Versorgung von Patienten gekommen war, deren Therapie der ersten und zweiten Medikamentenlinie versagt hatte. Nur bei 30 Prozent der Patientinnen und Patienten wirkte die Behandlung noch. Die Teams entwickelten im Rahmen der Hilfe in Malawi besondere Aktivitäten, um diese Patienten besser zu versorgen und ihre Therapie-Treue zu erhöhen. Dazu gehörten umfangreiche multidisziplinäre Angebote für Jugendliche und Patienten, denen das Durchhalten der Behandlung schwer fiel oder die nicht auf die Behandlung reagierten.
  • Malawi weist die höchste Rate an Gebärmutterhalskrebs weltweit auf. Rund 75 von 100.000 Frauen jährlich stecken sich damit an. Doch nur zehn bis 20 Prozent der Frauen landesweit können an Reihenuntersuchungen teilnehmen oder präventive Impfungen in Anspruch nehmen. Ärzte ohne Grenzen entwickelte daher ein umfangreiches Projekt in der Stadt Blantyre und im Bezirk Chiradzulu. Diese Hilfe in Malawi umfasste Reihenuntersuchungen und Behandlungen für präkanzeröse Verletzungen, Impfungen gegen den humanen Papillomavirus, Behandlung von Gebärmutterhalskrebs und Schmerztherapien.
  • Im Bezirk Nsanje unterstützte Ärzte ohne Grenzen die stark unterfinanzierten Bezirksbehörden darin, sich besser zu koordinieren, sich bei wichtigen Engpässen auszuhelfen (beispielsweise mit Fachkräften oder Medikamenten) und die HIV- und Tuberkulose-Angebote zu verbessern, indem das Gesundheitspersonal im Krankenhaus in Nsanje und in 14 Gesundheitszentren begleitet wurde. Um die mit HIV-verbundenen Todesfälle zu verringern, wurde bei dieser Hilfe in Malawi ein Schwerpunkt auf Patientinnen und Patienten im fortgeschrittenen HIV-Stadium gelegt.
  • Die Teams setzten 2017 auch das transnationale HIV-Projekt entlang der Handelsstraße zwischen Malawi und Mosambik fort. Ärzte ohne Grenzen bot umfassende HIV-, Tuberkulose und reproduktive Gesundheitsversorgung für Lkw-Fahrer und Sexarbeitende in Kliniken in einigen Ortschaften an.
  • In den Zentralgefängnissen in Maula und Chichiri bot Ärzte ohne Grenzen basismedizinische Hilfe für HIV- und Tuberkulose-Patientinnen und Patienten an und verbesserte die Wasser- und Sanitärversorgung für die Häftlinge. Diese Hilfe in Malawi wurde als Erfolgsmodell anerkannt und sollte Ärzte ohne Grenzen zufolge landesweit eingeführt werden.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Malawi an.