Unsere Hilfe in Malawi

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen weitete 2015 die Hilfe in Malawi aufgrund der schlimmsten Überschwemmungen aller Zeiten aus: 176 Menschen wurden dabei getötet und mehr als 200.000 Bewohner vertrieben. Die Teams starteten ein fünfmonatiges Nothilfeprogramm im Süden des Landes.

Unsere Hilfe in Malawi im Einzelnen (Auszug):

  • Die Teams konzentrierten die Flut-Hilfe in Malawi auf folgende Aktivitäten: Sie führten in mobilen Kliniken rund 400.000 Sprechstunden durch und verteilten Hilfsgüter wie Wasserreinigungskits oder Moskitonetze an mehr als 13.000 Haushalte. Zudem lieferten sie insgesamt drei Millionen Liter Trinkwasser. Insbesondere die Wasserverteilung trug dazu bei, eine Cholera-Epidemie einzudämmen, die im Nachbarland Mosambik begonnen und sich bis Malawi ausgebreitet hatte. 279 bestätigte Cholera-Fälle wurden in Einrichtungen versorgt, die von Ärzte ohne Grenzen in Nsanje und Chikhwawa unterstützt wurden.
  • Trotz des beachtlichen Fortschritts bei der HIV-Prävention in den vergangenen Jahren leben weiterhin rund eine Million Menschen in Malawi mit der Krankheit. Allerdings erhalten nur die Hälfte von ihnen die überlebenswichtige antiretrovirale Therapie (ART). Die Behörden haben die HIV-Hilfe in Malawi zur Priorität erklärt und einen ehrgeizigen Plan zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit gestartet. Sie haben die Ressourcen für den Kampf gegen HIV erhöht und sich auf die Zielgruppen fokussiert, die am bedürftigsten und schwer zu erreichen sind, wie beispielsweise Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter.
  • Der vierjährige Übergabeprozess von Ärzte ohne Grenzen an die Gesundheitsbehörden, der in Chiradzulu im August 2014 gestartet wurde, soll Mitte 2018 beendet sein. In diesem Bezirk  unterstützte Ärzte ohne Grenzen mehr als 33.000 HIV-Patienten, von denen 18.800 in ein Programm aufgenommen wurden, das nur alle sechs Monate einen Klinikbesuch vorsieht. Stabile Patienten mussten somit nur zweimal jährlich zur Untersuchung kommen. Von dieser Art der Hilfe in Malawi profitierten nicht nur die Patienten, auch das Personal hatte dadurch ein geringeres Arbeitsaufkommen. Es erlaubte ihnen, sich stärker auf komplexere Fälle zu konzentrieren. Ärzte ohne Grenzen führte zudem eine Viruslastüberprüfung in sieben Gesundheitszentren ein, die es ermöglichte, schnell festzustellen, wann eine Behandlung nicht mehr wirksam war.  Die Teams setzten sich zudem dafür ein, dass die dezentralisierten Versorgungszentren in Gebieten mit einem hohen HIV-Vorkommen, wie im Bezirk Chiradzulu, fortgeführt wurden.
  • Im Dezember 2015 beendete Ärzte ohne Grenzen das HIV-Projekt, das 18 Jahre lang in Thyolo lief. Es wurde an die Gesundheitsbehörden übergeben.
  • Fortgesetzt wurde hingegen die HIV-Hilfe in Malawi in Nsanje: Ärzte ohne Grenzen überprüfte hier, ob alle HIV-positiven Schwangeren und stillenden Mütter wirklich antiretrovirale Medikamente (ART) erhalten – unabhängig von ihrem klinischen Status. Dadurch soll die Übertragung des Virus auf das Baby verhindert werden. Das Gesundheitsministerium bat Ärzte ohne Grenzen zudem im Jahr 2015, erste ART-Gemeindegruppen zu starten. Die Übergabe des Programms, das eine integrierte Versorgung von HIV- und Tuberkulose-Patientinnen und Patienten anbot, wurde begonnen und soll 2016 abgeschlossen sein. Ab dann werden die Behörden dafür verantwortlich sein.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte die Hilfe in Malawi auch in zwei von drei Zentralgefängnissen des Landes fort: in Maula (in der Hauptstadt Lilongwe) sowie in Chichiri (in Blantyre). Ziel dieser beiden dreijährigen Projekte ist es, die Versorgungsmodelle so anzupassen, dass sich weniger Insassen in den überfüllten Haftanstalten mit HIV und Tuberkulose anstecken. Dafür sollen die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten ausgebaut werden.
  • Auch das sogenannte „Korridor-Projekt“ lief 2015 weiter: Es bot Lkw-Fahrern und Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern in Mwanza und Zalewa, nahe der mosambikanischen Grenze, Tests für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten an. Das Team von Ärzte ohne Grenzen arbeitete auch grenzüberschreitend entlang der vielbefahrenen Straße zwischen Beira und Tete.
  • Im April 2015 weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Malawi kurzfristig aus: Nach einem fremdenfeindlichen Gewaltausbruch in Südafrika unterstützten die Teams die Gesundheitsbehörden dabei, medizinische und psychologische Hilfe für 3.831 Malawier anzubieten. Die meisten von ihnen waren zwangsweise repatriiert worden. Drei Monate später starteten die Teams mobile Kliniken im Dorf Kapise, nahe der Grenze, um mosambikanischen Flüchtlingen zu helfen, die vor der sporadischen Gewalt in der Provinz Tete geflohen waren. Der Flüchtlingsstrom hielt bis 2016 an.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Malawi an.