Unsere Hilfe in Malawi

Unsere Hilfe in Malawi umfasst die medizinische Versorgung von Gefängnisinsassen wie hier in Chichiri/Blantyre. Seitdem wir 2014 unser Projekt in dem Gefängnis begonnen haben, sind die Todesfälle und Krankheitsraten unter den Häftlingen enorm zurückgegangen.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2016 die HIV-Hilfe in Malawi fort, da schätzungsweise 980.000 Menschen im Land mit dem HI-Virus lebten.

Unsere Hilfe in Malawi im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen konzentrierte sich 2016 auf die HIV-Hilfe in Malawi, da sich das enorme staatliche Haushaltsdefizit nachteilig auf das Gesundheitssystem auswirkte. Hinzu kam, dass internationale Geber seit 2014 ihre Zahlungen aufgrund von Korruptionsskandalen zurückgehalten hatten. Trotz dieser düsteren Lage wurde im Jahr 2016 eine nationale Bevölkerungsstudie durchgeführt, die dem ehrgeizigen staatlichen HIV-Programm einen beträchtlichen Erfolg attestierte: Da Malawi die Bemühungen fortsetzte, um die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Richtlinie „test and start“ umzusetzen, waren eine nachhaltige Finanzierung und eine angemessene Personalausstattung wichtiger denn je.
  • Im Bezirk Nsanje unterstützte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Malawi daher die stark unterfinanzierten Bezirksbehörden darin, ein umfassendes dezentralisiertes HIV- und Tuberkuloseprogramm zu betreiben. Auch HIV-positive Neugeborene wurden in das Programm aufgenommen. Die Teams versorgten zudem Patientinnen und Patienten in einem fortgeschrittenen HIV-Stadium im Bezirkskrankenhaus und boten LKW-Fahrern und Sexarbeitern medizinische Hilfe an.
  • Im Bezirk Chiradzulu versorgte Ärzte ohne Grenzen 18 Jahre lang gemeinsam mit den Behörden HIV-Patienten. Ein vierjähriger Übergabeprozess soll die qualitativ hochwertige Versorgung von stabilen HIV-Patienten sicherstellen, wenn Ärzte ohne Grenzen diese Hilfe in Malawi irgendwann einstellt. Im Jahr 2016 fokussierten die Teams ihre Arbeit darauf, in Kontakt mit schwer erreichbaren Patientengruppen zu kommen, wie Jugendliche mit HIV oder Patienten, deren Behandlung scheiterte und die antiretrovirale Medikamente der zweiten oder dritten Therapielinie benötigen. Zudem verbesserten sie den Zugang zu Viruslasttests in fünf Kliniken des Bezirks und stellten Untersuchungen und präventive Behandlungen für Gebärmutterhalskrebs zur Verfügung.
  • In den Zentralgefängnissen in Maula und Chichiri, in denen Ärzte ohne Grenzen basismedizinische Hilfe sowie HIV- und Tuberkulose-Behandlungen anbot, wurden im Jahr 2016 insgesamt 97 Prozent der Insassen auf HIV getestet. Von den HIV-positiven Häftlingen begannen 94 Prozent ihre Therapie. Bei wiederum 93 Prozent von ihnen konnte die Viruslast nicht mehr nachgewiesen werden. Ärzte ohne Grenzen weitete diese Hilfe in Malawi daher auf zwei andere Bezirksgefängnisse aus, in denen die Gefangenen einen schlechteren Zugang zu medizinischer Hilfe hatten.
  • Die Teams setzten 2016 auch das transnationale HIV-Projekt fort, das Risikogruppen wie Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern, Lkw-Fahrern und Männern, die Sex mit Männern haben, entlang der Handelsstraße zwischen der mosambikanischen Hafenstadt Beira und Malawi medizinische Versorgung anbot. Insgesamt wurden 1.930 Sexarbeiter in den Ortschaften Zalewa, Mwanza und Dedza in das Projekt aufgenommen.
  • Zu Jahresbeginn 2016 kam es zu einem größeren Cholera-Ausbruch am See Chilwa. Ärzte ohne Grenzen startete sofort eine Massenimpfkampagne gegen Cholera, die 108.400 Menschen erreichte. Eine innovative zweimalige Dosis wurde zudem bei 5.863 Fischern eingesetzt, die normalerweise schwer zu erreichen sind. Die zweite Dosis musste etwa zwei Wochen nach der ersten verabreicht werden.
  • Etwa 10.000 Mosambikaner hatten im Dezember 2015 in Kapise, an der Grenze zu Mosambik, vor einem niedrigschwelligen Konflikt in ihrer Heimat Zuflucht gesucht. 2016 beendete Ärzte ohne Grenzen diese neunmonatige Hilfe in Malawi.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Malawi an.