Unsere Hilfe in Georgien

Unsere Teams leisten in Georgien vor allem Hilfe im Rahmen der Behandlung von Menschen mit Tuberkulose.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte im Jahr 2016 die Hilfe in Georgien auf die verbesserte Behandlung von multiresistenter Tuberkulose. Mehr als 150 Patientinnen und Patienten erhielten die neuen Tuberkulose-Medikamente Bedaquilin und Delamanid. In keinem anderen Land weltweit betreute Ärzte ohne Grenzen mehr Patienten mit diesen neuartigen Wirkstoffen.

Unsere Hilfe in Georgien im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete medizinische Hilfe in Georgien, da multiresistente Tuberkulose weiterhin ein großes Gesundheitsproblem für das Land darstellte. Zwölf Prozent aller neuen Patientinnen und Patienten sowie 39 Prozent derjenigen, die zuvor bereits gegen Tuberkulose (TB) behandelt wurden, litten unter multiresistenten Tuberkuloseformen. Rund zehn Prozent der an multiresistenter Tuberkulose erkrankten Menschen hatten eine extensiv resistente Tuberkuloseform. Die Behandlungsergebnisse für diese Patientengruppe waren schlecht, insbesondere aufgrund der Länge und Komplexität der Therapie sowie der massiven Nebenwirkungen der derzeitigen Medikamente.
  • Seit dem Jahr 2014 bestand die Hilfe in Georgien auch darin, die Behörden bei der Einführung neuer Medikamente zu unterstützen. Von 2015 an setzte Ärzte ohne Grenzen diese Bemühungen im Rahmen des „Stop-TB“-Programms fort, einer Partnerschaft zwischen Ärzte ohne Grenzen, „Partners in Health“ sowie „Innovative Research and Development“. Das Programm zielt darauf ab, kürzere, weniger giftige und effektivere Behandlungen für resistente Tuberkuloseformen zu finden, indem die Partner sich für den Zugang zu neuen Arzneimitteln und klinischen Tests sowie für nationale sowie internationale Lobbyarbeit einsetzen.
  • Zum Jahresende 2016 behandelte Ärzte ohne Grenzen 180 Patientinnen und Patienten, die auch mit den neuen Tuberkulose-Medikamenten behandelt wurden. Gleichzeitig bereiteten die Teams den Start eines klinischen Tests in Georgien vor. Der Test sieht eine kürzere Behandlungszeit vor (neun Monate anstatt zwei Jahre) sowie die ausschließlich orale Einnahme neuer TB-Medikamente.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte die Hilfe in Georgien auch durch die Unterstützung des abchasischen Nationalen Tuberkulose-Programms fort, indem die lokale Organisation AMRA weiter finanziert wurde. Sie war Jahre zuvor von früheren Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen gegründet worden. AMRA betreute 2016 ein Gesundheitsprogramm für 35 ältere Menschen und unterstützte 40 Patientinnen und Patienten mit resistenter Tuberkulose durch Beratung und soziale Aktivitäten. Zudem stellte Ärzte ohne Grenzen den Transport von mehr als 450 TB-Sputum-Proben nach Tiflis sicher, damit sie dort im Rahmen der Hilfe in Georgien auf Medikamentenempfindlichkeit untersucht werden konnten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1993 Hilfe in Georgien an.

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