Bedaquilin-Kampagne: Preissenkung für Tuberkulose-Medikament!

Mit einer globalen Kampagne forderten wir den Pharmakonzern Johnson & Johnson auf, den Preis für das TB-Medikament Bedaquilin auf einen US-Dollar pro Tag pro Patient*in zu senken.

Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit weltweit. Nun hat der Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) den Preis für das lebensrettende Medikament Bedaquilin gesenkt. Die Preissenkung ist ein erster wichtiger Schritt damit sich mehr Betroffene eine Behandlung leisten können.

Mehr als eine halbe Million Menschen entwickeln jährlich resistente Tuberkulose-Formen (DR-TB). Nur ein kleiner Teil von ihnen wird behandelt. Bis zur Entwicklung des Medikaments Bedaquilin, verursachte die in den meisten Ländern angewandte Standardbehandlung schwerwiegende Nebenwirkungen und die Heilungsrate lag zwischen 34 und 55 Prozent. Bedaquilin hat die Behandlung von an resistenter Tuberkulose erkrankten Menschen massiv verbessert und sowohl höhere Heilungschancen also auch keine so gravierenden Nebenwirkungen wie ältere Medikamente. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher Bedaquilin als Kernstück eines sicheren und wirksamen Behandlungsplans für DR-TB.

Monopol verhindert bezahlbare Medikamente

J&J ist derzeit der einzige Hersteller von Bedaquilin. Das Monopol hindert andere Unternehmen daran, bezahlbare generische Versionen herzustellen. Seit der Markteinführung des Medikaments im Jahr 2012 übt Ärzte ohne Grenzen Druck auf J&J aus und startete im vergangenen Jahr gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und Menschen, die an Tuberkulose leiden, eine weltweite Kampagne. Dabei forderten wir eine Preissenkung auf einen US-Dollar pro Tag pro Patient*in. Mehr als 120.000 Menschen unterstützen diese Forderung - allein 14.817 davon in Deutschland. Dieser öffentliche Druck hat einen enormen Beitrag dazu geleistet, dass der Preis für das lebensrettende Medikament nun auf 1,50 US-Dollar gesenkt wird – ein Teilerfolg, aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Preissenkung nicht für alle

Der niedrigere Preis für Bedaquilin ist an Abnahmeverpflichtungen gebunden, die über die Global Drug Facility eingegangen wurden - eine Organisation, die TB-Medikamente an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen liefert. Länder, die nicht darüber kaufen, kommen für den niedrigeren Preis nicht in Frage. Russland etwa zahlt mehr als acht Dollar pro Tag je Patient für Bedaquilin. Dabei wurde das Medikament mit beträchtlicher Unterstützung durch Steuerzahler*innen und gemeinnützige und philanthropische Organisationen entwickelt. J&J erhielt öffentliche Investitionen in Höhe von Hunderten Millionen US-Dollar, darunter Zuschüsse der US-Regierung und verschiedene finanzielle Anreize. Auch Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen haben zur Erforschung des Medikaments beigetragen.

Wir werden daher den ersten Erfolg nutzen, um weiter den Druck aufrecht zu erhalten! Lebensrettende Medikamente, wie Bedaquilin, müssen für alle weltweit bezahlbar und zugänglich sein.