Überleben auf der Flucht

Äthiopien 1998

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Menschen in einem Flüchtlingslager mit Wasser zu versorgen. Entweder wird das Wasser aus einem Fluss oder See gepumpt, gereinigt und anschließend an die Menschen verteilt. Oder man verwendet Grundwasser. Um es an die Erdoberfläche zu befördern, werden Brunnen gebohrt. Die Brunnen müssen ständig bewacht werden, um sicherzustellen, dass das Wasser sauber bleibt.

1996 wurden große Wassertanks nach Ruanda in die Region von Butare transportiert, um die durch den Krieg vertriebenen Menschen mit Trinkwasser zu versorgen.

In Flüchtlings- und Vertriebenenlagern versuchen die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen, wenigstens einen Zugang zu Trinkwasser für jeweils 250 Menschen zu schaffen. Das Bild zeigt Vertriebene aus der westsudanesischen Provinz Darfur. Oft müssen die Menschen stundenlang anstehen, um ihre Kanister mit Wasser füllen zu können, das Ärzte ohne Grenzen bereitstellt.

Stellen Sie sich vor: Sie leben in einem Flüchtlingslager in einer Gegend, in der es kaum Wasser gibt. Woher kommt das Wasser für Tausende Flüchtlinge oder Vertriebene? In modernen Großstädten machen wir uns selten Gedanken über das saubere Wasser, das durch unsere Wasserhähne und Toiletten fließt. Ein deutscher Durchschnittsbürger verbraucht täglich 129 Liter Wasser. Um zu überleben, benötigt man jedoch nur etwa fünf Liter am Tag. Die Hilfsorganisationen versuchen aber, gemäß internationaler Richtlinien die Mindestmenge von fünf Litern auf 20 Liter täglich pro Person zu erhöhen. Diese 20 Liter müssen ausreichen, um zu trinken, zu kochen und zu waschen.