Überleben auf der Flucht

Kosovo 1999

Als Flüchtlinge werden Menschen bezeichnet, die bei ihrer Flucht eine Staatsgrenze überschreiten. Als Vertriebene gelten Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes Schutz suchen.

Für Flüchtlinge und Vertriebene ist ein Lager meist der letzte Zufluchtsort, an dem sie Schutz suchen können. Die Lager werden eingerichtet, um Menschen in Not solange beherbergen zu können, bis sie wieder sicher nach Hause zurückkehren können. Oft bleiben die Menschen jedoch jahrelang, weil anhaltender Bürgerkrieg und Verfolgung eine Heimkehr unmöglich machen. Auch Schulen, Eisenbahnwaggons, Sportstadien oder Privathaushalte dienen als Unterkünfte. Oft müssen Flüchtlinge und Vertriebene in ihren Unterkünften mit gesundheitlichen Risiken rechnen, da zu viele Menschen auf engem Raum leben, die Nahrungsmittelversorgung unzureichend ist und die sanitären Einrichtungen mangelhaft sind.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ist für den Schutz von Flüchtlingen verantwortlich. Für Vertriebene gibt es keine vergleichbare Organisation. Flüchtlinge und Vertriebene sind oft auf die Unterstützung durch private, nichtstaatliche Hilfsorganisationen angewiesen, da diese zumindest ihre Grundbedürfnisse wie Unterkunft, Ernährung, Trinkwasser, Latrinen und medizinische Versorgung abdecken.

Stellen Sie sich vor: In Ihrem Heimatland bricht ein Krieg aus. Sie fliehen mit Ihrer Familie, Ihren Freunden und Nachbarn in ein anderes Land, um Schutz zu suchen. Sobald Sie dabei die Staatsgrenze überschreiten, werden Sie zu einem Flüchtling. Bleiben Sie indes innerhalb Ihres Heimatlandes, gelten Sie als Vertriebene/r.