Überleben auf der Flucht

Kurdistan 1991

Zu den wichtigsten Aufgaben im Flüchtlingslager zählt die Errichtung von hygienisch einwandfreien Latrinen. Sie müssen in sicherer Entfernung von den Wasserquellen gebaut werden, damit die Wasservorräte nicht durch Abwässer verunreinigt werden. Dabei sollte der Mindestabstand zur nächsten Wasserquelle 100 Meter und zur nächsten Unterkunft mindestens 30 Meter betragen.

Schlechte sanitäre Verhältnisse können dazu führen, dass sich Insekten und Ungeziefer ausbreiten, die Krankheiten wie Malaria oder Pest übertragen. Mit dem Bau von Latrinen und ihrer sorgfältigen Reinigung soll verhindert werden, dass sich Überträger von Krankheiten dort einnisten. Oft sind Flüchtlinge im Lager dafür verantwortlich, die Latrinen sauber zu halten und sie mit Kalk zu desinfizieren.

Besonders wichtig ist, dass Kinder sauberes Wasser trinken, da sie sehr anfällig für Krankheiten sind. Grundsätzlich gilt, dass Erwachsene und Kinder nicht mit Abwässern und Fäkalien in Berührung kommen sollen. Mehrere hunderttausend Menschen sterben jährlich an Durchfallerkrankungen, die durch verunreinigtes Wasser hervorgerufen werden.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo Sie in einem Flüchtlingslager auf die Toilette gehen und wie viele Menschen diese benutzen? In den ersten Tagen einer Krise wird versucht, eine Latrine für 50 bis 100 Personen zur Verfügung zu stellen. So schnell wie möglich wird ihre Anzahl auf eine Latrine pro 20 Personen erhöht. Angestrebt wird, dass schließlich eine Latrine pro Familie vorhanden ist. Ohne funktionierende Latrinen können Krankheiten wie Ruhr oder Cholera ausbrechen und sich schnell ausbreiten. Diese Erkrankungen führen zu massivem Durchfall und fordern unbehandelt viele Todesopfer.