Überleben auf der Flucht

Palästinensische Autonomiegebiete 2001

In den palästinensischen Autonomiegebieten führen die Auswirkungen der Intifada und die Interventionen der israelischen Truppen bei der Bevölkerung zu psychischen Problemen. Besonders betroffen sind Menschen, die in Grenznähe, in Enklaven oder nahe an israelischen Siedlungen oder Transitstrecken leben. Psychologen und Psychologinnen helfen den Menschen, traumatisierende Erlebnisse zu verarbeiten. Kinder werden zum Beispiel kunsttherapeutisch betreut. Die Zeichnung der zehnjährigen Sahar aus den palästinensischen Autonomiegebieten hat den Titel "Die Soldaten besetzen meine Schule".

Immer häufiger bieten internationale und nationale Organisationen psychologische Programme für Flüchtlinge und Vertriebene an. Diese Projekte werden in Zusammenarbeit mit einheimischen Ärzten, Krankenschwestern, Lehrern oder Sozialarbeitern entwickelt und durchgeführt, da diese die Lebensbedingungen der hilfsbedürftigen Menschen in den Lagern am besten kennen.

Während des Bürgerkrieges in Sierra Leone wurden besonders Zivilisten Opfer oder Zeugen unvorstellbarer Gewalt. Als das Land 1998/99 von einer erneuten Terrorwelle überzogen wurde, hackten bewaffnete Milizen Hunderten von Menschen mit Macheten Hände, Arme oder Füße ab. Zusammen mit einer lokalen Frauenorganisation haben die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen ein psychologisches Beratungsprogramm ins Leben gerufen, das bereits Tausende Traumatisierte bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse unterstützt hat.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen während eines Krieges seelische Traumata entwickeln. Stellen Sie sich vor: Ihr Haus wird zerstört, Sie werden Zeuge von brutaler Gewalt gegenüber Freunden oder Verwandten, oder Sie werden ganz plötzlich aus Ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Viele Gründe können dazu führen, dass Sie früher oder später depressiv werden, dass Sie Aggressionen und Ängste oder andere psychologische Reaktionen entwickeln.