Überleben auf der Flucht

Kambodscha 1994

Wie viele Landminen weltweit noch im Boden liegen und Menschen gefährden, kann nach Auskunft des United Nations Mine Action Service niemand genau sagen. Der Landminen Monitor Report 2003 nennt mehr als 80 betroffene Länder. Die unsicheren Zahlenangaben resultieren daraus, dass meist keine Lagepläne der Minen vorhanden sind. Darüber hinaus werden die Opfer nicht immer exakt registriert. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass jährlich 15 000 bis 20 000 Menschen weltweit Landminen zum Opfer fallen.

Obwohl in vielen Ländern Minen-Räumprogramme laufen, ist eine vollständige Beseitigung in den nächsten Jahren nicht zu erwarten - zumal neue Minen weiterhin ausgelegt werden. Laut UNO sind 33 Milliarden US-Dollar nötig, um die derzeit verlegten Minen zu räumen. Es werden jährlich allerdings nur Mittel in zweistelliger Millionenhöhe für die Räumung ausgegeben.

Ärzte ohne Grenzen hat 1999 im Kosovo eine Informationskampagne zum Thema Landminen durchgeführt. Flüchtlinge, die aus Albanien und Mazedonien zurückkehrten, wurden darüber aufgeklärt, wie sie Landminen erkennen und eine Berührung mit ihnen vermeiden können.

Stellen Sie sich vor: Sie haben es ins Flüchtlingslager geschafft. Vielleicht mussten Sie miterleben, wie andere Menschen durch Landminen verletzt oder gar getötet wurden. Helfer klären Sie darüber auf, wie man Landminen erkennt und ihnen aus dem Weg geht. Wenn Sie eines Tages nach Hause zurückkehren, werden Sie feststellen, welche Gebiete Ihrer Heimatstadt vermint sind: die Felder, die Sie bewirtschaften, oder die Orte, an denen Ihre Kinder spielen. Vor allem Bauern und Kinder laufen Gefahr, auf Minen zu treten.