New York

Die Zeit war reif: Wir begrüßen die neue WHO-Behandlungsempfehlung für TB-Patienten

Ein Patient in einem TB-Behandlungszentrum in Swasiland macht einen Hörtest. Die Behandlung von Tuberkulose kann zu Taubheit führen. Die WHO empfiehlt eine neue Therapie mit dem hocheffektiven, aber noch teuren Medikament Bedaquilin.

Vergangene Woche hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Empfehlungen zur Verbesserung der Behandlung von Menschen mit resistenter Tuberkulose (DR-TB) veröffentlicht. Es wird erwartet, dass die Heilungschancen damit stark verbessert werden können. Wir freuen uns über diesen wichtigen Schritt und fordern nun von der Pharmafirma Johnson & Johnson das wichtigste Medikament Bedaquilin zu bezahlbaren Preisen anzubieten.

Zu den Empfehlungen der WHO gehört, das neuere und hocheffektive, aber bisher teure Medikament Bedaquilin einzusetzen. Damit gäbe es eine Therapie aus oral einnehmbaren Medikamenten, ohne schmerzvolle injizierte Antibiotika und mit weniger Nebenwirkungen.

Wir haben daher das US-amerikanische Pharmaunternehmen Johnson & Johnson aufgefordert, das Medikament Bedaquilin zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Denn nur wenn das Medikament bezahlbar ist, können die Empfehlungen umgesetzt werden und Erkrankte insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen und hoher DR-TB-Belastung behandelt werden.

Weltweit erhalten zurzeit nur 20 Prozent der Menschen mit DR-TB die Behandlung, die sie benötigen

Menschen, die sich einer standardmäßigen DR-TB-Behandlung unterziehen, müssen derzeit bis zu zwei Jahre eine quälende Therapie mit bis zu 20 Tabletten täglich ertragen, die schwere Nebenwirkungen wie Psychosen verursachen können. Zudem bekommen sie acht Monate lang jeden Tag schmerzhafte Injektionen, die unter anderem zu Taubheit führen können. Die derzeitige DR-TB-Therapie erreicht nur Heilungsraten von etwa 55 Prozent.

Die Vereinten Nationen (UN) bereiten sich zurzeit auf ihren historisch ersten hochrangigen Gipfel zu Tuberkulose im September vor. „Wir hoffen sehr, dass die Deutsche Bundesregierung sich in den Verhandlungen um die Abschlusserklärung bemüht, dass sich die UN deutlich für den bezahlbaren Zugang zu Medikamenten einsetzen“, sagt Marco Alves von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen Deutschland.