Syrien

Erster Covid-19-Toter in Nordost-Syrien: „Wir sind zutiefst besorgt“

Die Wasserversorgung im syrischen Al Hol Camp ist unzureichend. In dem Lager leben etwa 65.000 Menschen, mehr als 90 Prozent davon sind Frauen und Kinder. Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist teilweise nicht vorhanden.

Nach dem ersten bestätigten Todesfall durch Covid-19 im Nordosten Syriens warnt Ärzte ohne Grenzen: Das geschwächte Gesundheitssystem und Grenzschließungen machen es in der Region fast unmöglich, angemessen auf den Ausbruch der Krankheit zu reagieren. „Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen von Labortestmöglichkeiten und die ausbleibende Abverfolgung von Kontaktpersonen sowie über die nur unzureichenden Kapazitäten der Krankenhäuser und über den Mangel an Schutzausrüstung”, sagt Crystal van Leeuwen, medizinische Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen für Syrien. „Bislang ist die Reaktion auf Covid-19 im Nordosten Syriens nicht einmal annähernd ausreichend. Gesundheitsbehörden, humanitäre Organisationen und Geberländer müssen ihre Hilfe deutlich aufstocken.” 

Ärzte ohne Grenzen bereitet sich mit den lokalen Gesundheitsbehörden und anderen Organisationen im Nordosten des Landes auf einen Anstieg der Zahl der Covid-19-Patienten vor, der Schwerpunkt der Teams liegt vor allem im Al Hassakeh National Hospital und dem Lager Al Hol. Besonders die Situation in den Vertriebenenlagern in der Region machen den Teams von Ärzte ohne Grenzen Sorgen. Dort leben die Menschen auf engstem Raum mit wenig oder keinem Zugang zu medizinischer Versorgung oder sauberem Trinkwasser. In Al Hol leben rund 65.000 Menschen, von denen keiner das Lager verlassen darf, mehr als 90 Prozent davon sind Frauen und Kinder. 

Weitere Informationen finden Sie hier in der englischen Pressemitteilung.