Südsudan

Nach einem gewalttätigen Angriff setzt Ärzte ohne Grenzen die Mehrzahl ihrer medizinischen Aktivitäten in der Region Maban aus

Nachdem wir am Montag, dem 23. Juli, gewaltsam angegriffen worden sind, haben wir den größten Teil unserer Aktivitäten in Maban im Südsudan ausgesetzt.

Gestern Morgen brach eine Gruppe bislang noch nicht identifizierter, bewaffneter Männer in unser Gelände und unser Büro ein, plünderte das Eigentum von Organisation und Personal, setzte ein Zelt mit Ausrüstung in Brand und zerstörte die meisten Fahrzeuge und Kommunikationsgeräte. Bei dem Angriff wurde niemand körperlich verletzt. Das Team ist jetzt in Sicherheit und wir beobachten die weitere Entwicklung.

Der Angriff hat uns gezwungen, die medizinische Hilfe für die ansässige Bevölkerung und Geflüchtete im Maban-Gebiet weitgehend einzustellen. Im dortigen Flüchtlingslager Doro betreiben wir zwei Kliniken und gewährleisten die medizinische Erstversorgung im Bunj State Hospital.

“Trotz des Angriffs auf unsere Einrichtungen wird unser Team vor Ort weiterhin lebensrettende Behandlungen für diejenigen gewährleisten, die in einem sehr kritischen Zustand sind”, sagt Projektleiter Samuel Theodore. “Weil jedoch die Sicherheit unseres Personals und unserer Einrichtungen nicht gewährleistet werden kann, haben wir keine andere Wahl, als alle übrigen Aktivitäten auszusetzen. Wir müssen 88.000 Menschen mit eingeschränktem Zugang zu dringend benötigten medizinischen Leistungen zurücklassen.”

Wir verurteilen diesen brutalen Angriff und fordern die Achtung und den Schutz von humanitären Helfern und Gesundheitseinrichtungen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2011 in Maban. Wir bieten medizinische Versorgung für die ansässige Bevölkerung und Geflüchtete im Flüchtlingslager Doro. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden sind wir auch im Bunj State Hospital und in Gesundheitseinrichtungen tätig. Von Januar bis Juni dieses Jahres führten unsere Teams 84.869 ambulante Konsultationen durch, begleiteten 1.317 Geburten, behandelten 4.971 Patienten gegen Malaria und 905 Kinder wegen Mangelernährung.