Südsudan

Nach Angriff im Südsudan: Menschen in Malakal brauchen Schutz und humanitäre Hilfe

Juba/Berlin, 2. März 2016. Nach dem schockierenden Angriff auf die UN-Schutzzone in Malakal am 17. und 18. Februar ruft Ärzte ohne Grenzen zum Schutz der Zivilbevölkerung und mehr Hilfeleistungen auf. Zahlreichen faktischen Berichten zufolge, die die Organisation nach den Kämpfen in der Schutzzone erhalten hat, wurde ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen getötet, während er versuchte, Verletzten Hilfe zu leisten. Andere Berichte weisen darauf hin, dass weitere Personen, die versuchten, Flammen zu löschen oder den Verwundeten zu helfen, gezielt angegriffen oder beschossen wurden.

„Diese blinde Gewalt und Terrorisierung von Zivilisten muss aufhören“, sagt Raquel Ayora, Leiterin der Einsätze von Ärzte ohne Grenzen. „Alle Akteure, in deren Macht es liegt, dieser Gewalt ein Ende zu setzen und menschliches Leben zu schützen, müssen handeln.“

Am 17. und 18. Februar zerstörten bewaffnete Täter absichtlich und flächendeckend humanitäre Einrichtungen und Unterkünfte von Vertriebenen in der Schutzzone von Malakal, in der 47.000 Menschen Zuflucht gesucht hatten. Mindestens 19 Menschen sind bei dem Angriff ums Leben gekommen, darunter zwei südsudanesische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen. Nach dem Angriff wurden 108 Verletzte im Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen aufgenommen, davon 46 mit Schussverletzungen.

Die Menschen, die den Angriff erlebt haben, werden noch monatelang unter Traumata leiden und vermehrt Hilfe benötigen. „Die Menschen sind verängstigt und versammeln sich alle in jenen Teilen des Lagers, die als sicher empfunden werden“, beschreibt Ayora. „Die Sicherheit und die Lebensumstände im Lager müssen rasch verbessert werden.“

Derzeit halten sich tausende Menschen in Teilen des Lagers auf, die dafür nicht geeignet sind. Ihnen stehen nur etwa zehn Liter Wasser pro Person am Tag zur Verfügung. Es gibt kaum Unterkünfte und zu wenig Sanitäranlagen. Im Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen behandeln die medizinischen Teams Krankheiten, die in Zusammenhang mit diesen schwierigen Lebensbedingungen stehen: etwa Atemwegserkrankungen, Durchfall und Malaria. Rund 4.500 Menschen, die ursprünglich in dem Lager untergebracht waren, sind in die Stadt geflüchtet, wo es kaum Zugang zu humanitärer Hilfe gibt.

Im Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Malakal ist derzeit ein Team aus 12 internationalen sowie 100 südsudanesischen Mitarbeitern tätig. Insgesamt betreibt die Organisation im Südsudan 17 Hilfsprogramme. Im Jahr 2015 behandelten die Mitarbeiter mehr als 800.000 Menschen.