Strategie der deutschen Sektion

Im Jahr 2015 hat die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen einen neuen strategischen Plan für die Jahre 2016 bis 2019 verabschiedet, der den Plan für die Jahre 2013 bis 2015 fortschreibt. Unter der Überschrift "Wir bauen auf unseren Stärken auf" umfasst der Plan sieben strategische Prioritäten. Denn die Voraussetzungen in Deutschland sind gut: Immer mehr Menschen kennen und schätzen Ärzte ohne Grenzen. Zudem sind die Einnahmen durch private Spenderinnen und Spender weiter gewachsen. Damit werden wir die weltweite Nothilfe noch effektiver unterstützen und u.a. mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rekrutieren. Unsere Erfahrung in der Steuerung und im Management der internationalen Projekte werden wir für die weitere Verbesserung der medizinischen Nothilfe einsetzen.

Die Prioritäten im Einzelnen:

Strategischer Plan für die Jahre 2016 – 2019

1. Wir werden die gemeinsamen Ziele im operationalen Zentrum Amsterdam (OCA) unterstützen:

Neben der Steuerung von Hilfsprojekten wird die deutsche Sektion zusätzliche Managementaufgaben übernehmen. Wir werden helfen, die medizinische Qualität weiter zu verbessern sowie gezielt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Projekte zu rekrutieren und fortzubilden.

Mehr zu den gemeinsamen Zielen im OCA und zum strategischen Plan finden Sie hier.

2. Wir rekrutieren ausreichend qualifizierte und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die weltweiten Projekte:

Wir wollen noch zielgerichteter auf bestimmte Berufsgruppen in Deutschland zugehen, um diese für eine Mitarbeit bei Ärzte ohne Grenzen zu gewinnen. Beispiele hierfür sind Chirurginnen und Chirurgen sowie Logistikerinnen und Logistiker. Zudem werden wir in Deutschland verstärkt erfahrene Kräfte für leitende Positionen in den Projekten rekrutieren. Außerdem wollen wir die derzeitigen Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter stärker an Ärzte ohne Grenzen binden. Ziel ist, dass sie mehr Projekteinsätze mit uns machen.

3. Politische Akteure in Deutschland sollen Ärzte ohne Grenzen zukünftig noch stärker in medizinisch humanitäre Debatten einbeziehen und unsere Ziele unterstützen:

Mit Gesprächen, Veröffentlichungen und Konferenzen werden wir Politikerinnen und Politiker über unsere Arbeit informieren und von den Zielen medizinischer humanitärer Hilfe überzeugen. Damit sollen sie ihre Verantwortung etwa bei der strikten Trennung von militärischen und humanitären Interessen besser wahrnehmen. Sie sollen sich zudem stärker für vergessene Krisen einsetzen. Außerdem werden wir weiterhin für bezahlbare Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten kämpfen. Die Verantwortlichen sind hier u. a. in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass mehr geforscht wird, um z.B. neue Medikamente gegen Tuberkulose zu entwickeln.

4. Die Qualität der medizinischen Arbeit des operationalen Zentrums Genf wollen wir verbessern, insbesondere in den Bereichen Chirurgie und Notfallmedizin:

Die Berlin Medical Unit (BeMU) wird weiterhin eng mit dem Operationalen Zentrum Genf zusammenarbeiten. Sie wird die chirurgischen Projekte begleiten und helfen, die allgemeine medizinische Qualität weiter zu verbessern - auch im gesamten internationalen Netzwerk von Ärzte ohne Grenzen.

5. Ärzte ohne Grenzen Deutschland wird bis zum Jahr 2019 seine Spendeneinnahmen auf 147 Millionen Euro steigern, mit weiterhin hoher Effizienz bei den Fundraising-Aktivitäten:

Unter anderem planen wir, mehr Dauerspender zu gewinnen. Dafür werden wir die Standwerbung intensivieren. Zudem wollen wir mehr Spenderinnen und Spender über digitale Kanäle erreichen und sie gleichzeitig bei Veranstaltungen in ganz Deutschland an unsere Organisation binden. Wachsen soll auch die Zahl der Groß- und Firmenspender sowie der Legatsversprecher. Das Ziel bleibt, viele Spenden ohne Zweckbindung zu erhalten, um sie dort einsetzen zu können, wo sie am dringendsten benötigt werden.

6. Wir wollen die Personalentwicklung am Standort Deutschland verbessern:

Alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen in die weiter wachsende Belegschaft optimal integriert werden. Die Angestellten werden darin unterstützt, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln.

7. Mit unserer Expertise wollen wir das internationale Netzwerk von Ärzte ohne Grenzen stärken:

In den Bereichen Fundraising und Management will die deutsche Sektion den effizienten Einsatz der Ressourcen im Netzwerk stärken und die Zusammenarbeit bei sektionsübergreifenden Projekten mitgestalten. Mit unserer speziellen Projekterfahrung und Expertise werden wir zudem den internationalen Kampf um bessere Tuberkulose-Therapien unterstützen.

Die Prioritäten des internationalen Netzwerkes und die medizinischen Ziele finden Sie hier.