Schützt Menschen, nicht Profite!

 

Mit den Impfstoffen, die gerade entwickelt werden, steigt die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie. Ärmere Länder werden nach aktuellem Stand aber nicht schnell und bezahlbar an Impfstoffe gelangen.

Diese Pandemie ist jedoch erst vorbei, wenn sie für uns alle vorbei ist. 

Arzneimittel (Medikamente, Impfstoffe, Diagnostika) sind neben Maßnahmen zur Verringerung der Ansteckungsraten und dem Schutz besonders vulnerabler Gruppen zentral für die Bekämpfung der Pandemie. Die Pandemie kann jedoch nur wirksam eingedämmt werden, wenn weltweit kooperiert wird. Covid-19-Arzneimittel müssen daher schnell, sicher und bedarfsgerecht entwickelt, produziert und als globales öffentliches Gut allen Menschen zur Verfügung stehen.

Das Coronavirus trifft uns alle – egal ob in reichen oder armen Ländern.

Indien und Südafrika haben zur Lösung der weltweiten Notlage bei der Welthandelsorganisation (WTO) den Vorschlag gemacht, geistige Eigentumsrechte wie Patente für Covid-19 bezogene Impfstoffe, Medikamente und andere in der Pandemie relevante medizinische Mittel für die Dauer dieser Situation aussetzen.

Würde dem stattgegeben, könnte weltweit mehr und bedarfsorientiert produziert werden - besonders in ärmeren Ländern - und die Preise für Medikamente und Impfstoffe würden sinken. Letzten Endes würde es Leben retten und die Pandemie wäre für uns alle schneller vorbei.

MSF

Mitmachen!

Zeigen Sie mit diesem Filter in den Sozialen Medien, dass auch für Sie Menschen schützenswerter sind als Profite. Der Filter ist auf Instagram und Facebook verfügbar und über mobile Geräte abrufbar.

Tobias Dominikus Kaiser

Gemeinsam!

Positionspapier zu den Hintergründen von und den Argumenten für eine transparente Erforschung und Entwicklung sowie faire Verteilung von Covid-19 Arzneimitteln und der zentralen Rolle Deutschlands.

Wir müssen JETZT handeln!

Wir haben bis März 2021 Zeit, um sicherzustellen, dass dieser Antrag für eine Aussetzung der geistigen Eigentumsrechte genügend Rückhalt bei den Regierungen findet, um vorwärts zu kommen. Helfen Sie mit, indem Sie öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema generieren, andere informieren und Ihre Regierung auffordern, die Gesundheit der Menschen über Profit zu stellen.  

Auf welcher Seite der Geschichte möchten wir stehen?

In den bisherigen Diskussion des TRIPS-Rates der WTO über die vorgeschlagene Ausnahmeregelung haben sich die WTO-Mitgliedsländer dafür ausgesprochen, den Antrag entweder zu unterstützen oder nicht zu unterstützen. Die Befürwortung beziehungsweise Ablehnung gestaltet sich bislang wie die Karte zeigt. Jetzt gilt es, die Länder, die den Antrag ablehnen, umzustimmen oder dazu zu bewegen sich neutral zu verhalten.

Weiterhin haben auch zahlreiche zwischenstaatliche und internationale zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Unterstützung für die TRIPS-Verzichtserklärung entweder während der Sitzung des TRIPS-Rates oder außerhalb der WTO zum Ausdruck gebracht, wie etwa Amnesty International, Human Rights Watch und Expert*innen des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), um nur einige wenige zu nennen.

Am 11. und 12. März 2021 findet das nächste Treffen des TRIPS-Rates statt. Bei diesem Treffen sollen letzte Fragen zum TRIPS Waiver-Antrag geklärt und die Debatte beendet werden. Eine Entscheidung könnte dann bei der nächsten Versammlung des Allgemeinen Rates der Welthandelsorganisation (WTO) im März fallen.

Jannette Kneisel

Globale Solidarität

Unsere politische Referentin Elisabeth Massute gibt sechs Gründe, warum der Antrag ausschlaggebend für den Einsatz gegen Covid-19 sein könnte und warum ALLE Regierungen ihn unterstützen sollten.

Peter Bauza

Wer bekommt den Impfstoff?

Unsere politische Referentin Lara Dovifat spricht u.a. über Verteilungskämpfe und Marktversagen im Hinblick auf die Covid-19-Impfstoffe, aber auch über Chancen für die globale Gesundheit.

Der Impfstoff: Ein Privileg der Reichen?

Mehr als die Hälfte der vorhandenen und der zu erwartenden Impfstoffdosen für 2021 wurde bereits reserviert - von wenigen Ländern, die zusammengenommen lediglich 14 % der Weltbevölkerung ausmachen.* Das bedeutet, dass zwei Drittel der Menschen weltweit weiter auf die wichtige Impfung warten - einige Menschen in ärmeren Ländern sogar voraussichtlich bis 2024. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zwar, um dieser fatalen Situation etwas entgegenzuwirken, die "Covid-19 Vaccine Global Access Initiative" (Covax) geschaffen. Durch sie soll sichergestellt werden, dass bis Ende 2021 mindestens 20 Prozent der am stärksten gefährdeten Menschen, vornehmlich in Afrika, Asien und Lateinamerika, immunisiert werden können. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, steht die Initiative aber vor schier unüberwindlichen Hindernissen: vertragliche Vereinbarungen, komplexe Verteilungslogistik und fehlende Finanzierung. Sollte sie dennoch erfolgreich sein, werden nichtsdestotrotz etliche Länder und damit Milliarden Menschen zunächst leer ausgehen. 

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Industrienationen Anteile ihrer bereits reservierten Impfstoffe abgeben. So könnten medizinisches Personal und vulnerable Gruppen auch in anderen Teilen der Welt immunisiert werden.  
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*Anthony D. So und Joshua Woo (15.12.2020): "Reserving coronavirus disease 2019 vaccines for global access: cross sectional analysis", in: The British Medical Journal, doi: https://doi.org/10.1136/bmj.m4750

Abhinav Chatterjee/MSF

Versprechen halten!

Angesichts weltweit steigender Infektionszahlen müssen die WTO-Mitglieder eine wegweisende Resolution, die Impfstoffe und Medikamente gegen Covid-19 schneller weltweit verfügbar machen würde, unterstützen.

MSF

Fragen und Antworten

Die häufigsten Fragen zum Trips Waiver Antrag, Monopolen, Patenten usw. und unsere Antworten.