Schlangenbisse - Eine vergessene Gefahr

In unserem Krankenhaus im südsudanesischen Agok behandeln wir jedes Jahr etwa 300 Schlangenbissopfer, die meisten davon in der Regenzeit, in der Schlangenbisse am häufigsten auftreten. Im Südsudan können wir mittlerweile zwei neue Antiseren erfolgreich einsetzen.

Manchmal reicht die Verabreichung eines Antiserums allein jedoch nicht. Das ist meist dann der Fall, wenn Patientinnen und Patienten erst sehr spät zu uns ins Krankenhaus kommen, so wie die zehnjährige Awien. Wie für viele andere Schlangenbissopfer war es für das Mädchen nicht selbstverständlich, rechtzeitig medizinisch versorgt zu werden. Sie lebt in einem kleinen Dorf im Südsudan, weit weg vom nächsten Krankenhaus. Dabei zählt nach einem Schlangenbiss jede Minute.

Je eher wir Betroffene mit Antiseren behandeln können, desto höher sind ihre Chancen zu überleben und keine Folgeschäden davon zu tragen. Doch Gegengifte sind teuer und können bis zu 700 Euro kosten. Das ist mehr als ein Jahresgehalt für viele Menschen in den betroffenen Regionen. Deshalb ist es wichtig, dass wirksame Gegengifte zugänglich und bezahlbar sind. Denn allein südlich der Sahara sterben jährlich 20.000 Menschen in Folge von Schlangenbissen.

Awien hatte das Glück, sich behandeln lassen zu können. Unzählige andere Menschen haben das nicht. Es bleibt viel zu tun!

25.06.2019