Noma-Film: „Restoring Dignity“

Filmvorführung „Restoring Dignity“

Eine Gesichtsoperation schenkt Menschen Hoffnung, die an der entstellenden Krankheit Noma leiden. Von der Krankheit haben die meisten Menschen nocht nicht gehört, obwohl sie unbehandelt nur einer von zehn Betroffenen überlebt. Mit der Filmvorführung von „Restoring Dignity“ wollen wir mehr Menschen auf diese Krankheit aufmerksam machen. Wir möchten zeigen, wie eine Gesichtsrekonstruktion den Betroffenen ein Stück ihres alten Lebens zurückgeben kann.

Über den Noma-Film „Restoring Dignity“

Der Dokumentarfilm „Restoring Dignity“ entstand in Zusammenarbeit zwischen den französischen Filmemacherinnen Claire Jeantet und Fabrice Catérini und Ärzte ohne Grenzen. Er begleitet Menschen in ganz Nigeria, die Noma überlebt haben und medizinische Hilfe im Noma-Krankenhaus in Sokoto aufgesucht haben. Manche von ihnen sind noch Kinder, wie Sakina und Umar, andere sind Teenager wie Amina und Adamu. Es sind aber auch Erwachsene unter ihnen wie Mulikat und Aliyu. Der Dokumentarfilm begleitet diese Menschen ein Jahr lang auf ihrem Weg zur Wiederherstellung ihres Gesichts und ihrer Würde.

Im Anschluss an den Noma- Film „Restoring Dignity“ gibt es Gelegenheit zur Diskussion mit einem Projektmitarbeiter oder einer Projektmitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen.

Regie: Claire Jeantet & Fabrice Caterini
Kamera: Claire Jeantet & Fabrice Caterini
Schnitt: Nuno Pires
Ton: Louis-Antoine Fort
Übersetzung aus dem Hause: Aisha Abubakar
Musik: Illumine
Sprache: OV mit dt. Untertiteln
Länge: 52 Minuten
Produktion: Inediz in Zusammenarbeit mit Ärzte ohne Grenzen

©Inediz 2018

Hintergrund zum Noma-Film „Restoring Dignity“

Die Krankheit Noma

Die Krankheit Noma wird durch extreme Armut, Mangelernährung und schlechte Hygiene verursacht. Sie beginnt als bakterielle Entzündung im Mund und breitet sich vom Zahnfleisch auf das Wangengewebe und Kieferknochen aus. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb von zwei Wochen, wenn sie nicht behandelt werden. Dabei könnte den Erkrankten relativ leicht mit Antibiotika und einer umfassenden Wundversorgung geholfen werden. Wenn diese innerhalb der ersten zwei Wochen erfolgt, kann Noma vollständig geheilt werden. Bei Menschen, die Noma ohne Behandlung überleben, bleiben schwere Knochen- und Gewebeschäden im Gesicht zurück. Dann bleibt nur eine Rekonstruktion durch umfangreiche chirurgische Eingriffe.

Die Krankheit war früher weltweit verbreitet. Heute gilt sie als Krankheit der Armen und tritt vor allem in entlegenen Gebieten in der afrikanischen Sahel-Zone auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jedes Jahr rund 140.000 Menschen erkranken – vor allem Kinder zwischen zwei und fünf Jahren. Es ist wichtig, Präventionsmaßnahmen einzusetzen, denn eine richtige Ernährung und eine gute Mundhygiene können die Entstehung von Noma verhindern. Ärzte ohne Grenzen setzt sich dafür ein, dass Noma von der WHO in die Liste vernachlässigter Krankheiten aufgenommen wird.

Mehr Informationen zu Noma

Das Noma-Krankenhaus in Sokoto, Nigeria

In der Stadt Sokoto im Nordwesten Nigerias gibt es das einzige Krankenhaus des Landes, das sich ganz auf Noma-Überlebende spezialisiert hat. Es wurde 1999 gegründet und seit 2014 unterstützt auch Ärzte ohne Grenzen diese Klinik. Vier Mal jährlich bringen wir ein Team von Spezialist*innen in das Projekt, das die rekonstruktiven Operationen vornimmt. 2018 wurden in dem Projekt fast 150 Operationen an mehr als 130 Patient*innen vorgenommen.

In Zusammenarbeit mit den nigerianischen Gesundheitsbehörden leisten wir dort auch Aufklärungsarbeit. Wir besuchen umliegende Gemeinden, informieren die Menschen über die Krankheit, vorbeugende Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten. Bei diesen Besuchen halten wir bereits Ausschau nach Menschen, die für eine Operation in Frage kommen würden. Viele Betroffene erhalten in der Klinik dann mehrere Operationen, die die zerstörten Gesichtspartien wiederaufbauen. Außerdem erhalten die Patient*innen hier auch therapeutische Ernährung und eine spezielle Physiotherapie. Denn viele Menschen, die eine Noma-Infektion überlebt haben, haben Probleme bei der Nahrungsaufnahme und beim Sprechen. Auch eine umfassende psychosoziale Betreuung ist Teil unserer Arbeit in Sokoto. Sie ist wichtig, um die Angst der Patient*innen vor den Operationen zu lindern und ihre soziale Isolation zu durchbrechen.

Mehr Informationen zu dem Noma-Krankenhaus in Sokoto

Verfügbarkeit des Noma-Films „Restoring Dignity“

Der Film „Restoring Dignity“ ist derzeit nur online zu den festen Terminen unserer Filmscreenings zu sehen, die wir hier veröffentlichen. Leider ist der Film mit deutschen Untertiteln nicht über den Handel erhältlich und kann auch nicht zur privaten Nutzung an Einzelpersonen verliehen werden.