Zentralafrikanische Republik

Zentralafrikanische Republik: Schwere Kämpfe in der Hauptstadt Bangui - Ärzte ohne Grenzen hilft in zwei Krankenhäusern

Bangui/Berlin, 6. Dezember 2013. Nach schweren Kämpfen in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik haben Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in zwei Krankenhäusern Verletzte behandelt. Am frühen Donnerstagmorgen kam es in mehreren Vierteln Banguis zu gewalttätigen Zusammenstößen, Schusswechseln und Explosionen. „Bewaffnete Gruppen haben eine Offensive auf die Stadt gestartet, die Kräfte der früheren Séléka-Allianz haben das Feuer erwidert“, beschreibt Thomas Curbillon, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen. „Es liegen Leichen auf den Straßen.“ Teams von Ärzte ohne Grenzen haben zwei Krankenhäuser der Stadt bei der Behandlung der zahlreichen Notfall-Patienten unterstützt.

16 Mediziner der Organisation arbeiten seitdem in der Notaufnahme, der Chirurgie und der stationären Abteilung des staatlichen Krankenhauses (Hôpital Communautaire) mit. Bis Donnerstagabend behandelten sie in der Notaufnahme 90 Verwundete, von denen 70 schwer verletzt waren. Sieben Patienten mussten sofort operiert werden. Die meisten Patienten hatten Schussverletzungen oder Verwundungen durch Macheten oder Messer. 50 Leichen wurden direkt in die Leichenhalle gebracht.

Drei weitere Mitarbeiter halfen im „Krankenhaus der Freundschaft“ (Hôpital de l´Amitié) Verletzte zu behandeln und Schwerverletzte in das staatliche Krankenhaus zu überweisen.

„Gegen Mittag schienen die Kämpfe mit schweren Waffen nachzulassen, aber man hörte noch sporadische Schüsse“, sagt Curbillon. „Derzeit arbeiten die beiden Krankenhäuser normal. Es gibt Strom und fließendes Wasser. Aber wir beobachten die Situation genau und sind bereit, schnell zu reagieren.“ Teams von Ärzte ohne Grenzen sind auch darauf vorbereitet, im Notfall Krankenhäuser und Gesundheitszentren der Stadt mit Medikamenten, chirurgischem Material, Wasser und Treibstoff zu versorgen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1997 in der Zentralafrikanischen Republik. Zurzeit betreibt die Organisation in dem Land zehn Projekte, darunter drei Notfall-Projekte in Bossangoa, Bouca und Bria. Mehr als 100 internationale und rund 1.100 zentralafrikanische Mitarbeiter arbeiten in 7 Krankenhäusern mit insgesamt 800 Betten, in 2 Gesundheitszentren und 40 medizinischen Behandlungsstellen. Ein mobiles Team versorgt Patienten in den Gebieten um Bouar, Mbaiki und Yaloké. Die Teams stellen in diesen Gebieten die medizinische Versorgung von etwa 400.000 Menschen sicher.

Pressekontakt: Svenja Kühnel, Tel. 030 700 130 230, 0163 8808 457