Elfenbeinküste

Zahlreiche Verwundete in der Elfenbeinküste Ärzte ohne Grenzen fordert Schutz der Zivilbevölkerung

Man/Berlin, 17. April 2003. Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen haben in den vergangenen Tagen rund 50 Verletzte im Krankenhaus von Man im Westen der Elfenbeinküste versorgt. Die Verwundeten geben an, dass sie Opfer von Hubschrauberangriffen in Danane und Maheupleu geworden sind. Ärzte ohne Grenzen ruft alle Konfliktparteien im Westen der Elfenbeinküste dazu auf, die Unversehrtheit der Zivilbevölkerung zu respektieren und für den Schutz von medizinischen Einrichtungen sowie deren Mitarbeitern zu sorgen.

Die meisten der Verletzten, unter denen sich auch neun Kinder, 13 Frauen und ältere Menschen befinden, wurden mit schweren Bauchverletzungen und offenen Brüchen eingeliefert. Das chirurgische Team von Ärzte ohne Grenzen musste zwölf Notoperationen vornehmen, darunter auch einige Amputationen. Acht der Patienten starben an den Folgen ihrer Verletzungen.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 10. Oktober 2002 Hilfe für die Menschen, die von den gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Elfenbeinküste betroffen sind. Seitdem haben die Teams auf beiden Seiten der Frontlinie u.a. mehr als 90.000 medizinische Konsultationen und rund 1.650 Operationen durchgeführt.

Die Organisation ist schockiert über die extrem gewalttätigen Angriffe und deren Folgen für die Opfer. Ärzte ohne Grenzen fordert daher die Konfliktparteien dazu auf, die Zivilbevölkerung nicht zum Ziel ihrer Angriffe zu machen und alle notwendigen Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen.

Diese Vorkommnisse sind laut Ärzte ohne Grenzen keine Einzelfälle. Die Teams, die in Daloa, Duékoué und Guiglo Hilfe für die Vertriebenen leisten, hören regelmäßig von gewaltsamen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Gaby Frank, Tel.: 030-22 33 77 00