Usbekistan

Usbekistan: Ärzte ohne Grenzen startet Behandlung von multiresistenter Tuberkulose

Amsterdam/Berlin, 29. Oktober 2003: Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat in der usbekischen Teilrepublik Karakalpakstan mit der Behandlung von multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) begonnen. Bei der Eröffnung des Projekts am vergangenen Sonntag nannte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Lee Jong-wook, das Programm "eine Gelegenheit, den Patienten eine Behandlung zu ermöglichen und gleichzeitig zu zeigen, dass diese Therapie in Ländern wie Usbekistan durchgeführt werden kann." Er äußerte die Hoffnung, dass das Projekt weiteren zentralasiatischen Ländern als Beispiel dienen werde.

Ingesamt werden 100 Patienten in das Pilotprojekt aufgenommen, das Ärzte ohne Grenzen in enger Zusammenarbeit mit dem usbekischen Gesundheitsministerium durchführt. Die ersten Patienten haben bereits mit der Therapie begonnen. Sie leiden an einer Form der Tuberkulose, gegen die die gängigen Arzneimitteln aufgrund von Resistenzen wirkungslos geworden sind. Resistenzen entwickeln sich dann, wenn die TB-Medikamente nicht zuverlässig eingenommen werden oder die Therapie vorzeitig abgebrochen wird.

Ärzte ohne Grenzen hat für die Durchführung des Projekts ein Krankenhaus und ein Labor ausgestattet. Die Behandlung der multiresistenten Tuberkulose ist sehr zeit- und kostenaufwendig. Die Therapie dauert 18 bis 24 Monate, und die Arzneimittel gehen häufig mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einher. Darüber hinaus kosten die Medikamente regulär mehr als 10.000 US-Dollar pro Behandlung. Für das Pilotprojekt erhält die Organisation die notwendigen Medikamente zu einem deutlich geringeren Preis über das "Green Light Committee" der WHO.

Laut Ärzte ohne Grenzen ist es angesichts der hohen Infektionsraten höchste Zeit, auch in ärmeren Ländern mit der Behandlung der MDR-TB zu beginnen. Die Organisation betreut seit 1998 TB-Projekte in Usbekistan. Eine im Jahr 2002 durchgeführte Studie ergab, dass Karakalpakstan die höchste Rate an MDR-TB der gesamten Region hat: 13 Prozent der Erstinfizierten leiden an MDR-TB. 40 Prozent der TB-Kranken, die zuvor schon behandelt wurden, sind mit MDR-TB infiziert.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00