Tschetschenien/Dagestan: Ärzte ohne Grenzen begrüßt die Freilassung von Nina Davydovich - Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen weiterhin entführt

Genf/Berlin, 10. Januar 2003. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßt die Freilassung von Nina Davydovich, Leiterin der russischen Nichtregierungsorganisation Druzhba. Sie wurde nach 168 Tagen freigelassen, nachdem sie am 23. Juli 2002 im Kaukasus entführt worden war. Ärzte ohne Grenzen wünscht ihr Kraft, sich schnell zu erholen, und hofft, dass sie so rasch wie möglich zu ihrer Familie und ihren Freunden zurückkehren kann. Gleichzeitig hofft die Organisation, dass der im Kaukasus entführte Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, Arjan Erkel, nun ebenfalls bald freigelassen wird.

Kurz nach der Entführung von Nina Davydovich wurde Arjan Erkel, der Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen in Dagestan, am 12. August 2002 in Makhachkala durch bewaffnete Unbekannte entführt. Arjan Erkel (32) arbeitet seit mehr als sechs Jahren für Ärzte ohne Grenzen. Sein Einsatz in Dagestan begann im April 2002. Seit seiner Entführung sind fast fünf Monate vergangen, und alle Anstrengungen der russischen Behörden, seine Freilassung zu bewirken, sind bislang erfolglos geblieben. Noch immer ist unklar, wo Arjan Erkel gefangen gehalten wird und wie sein Gesundheitszustand ist. Die Freilassung von Nina Davydovich gibt Ärzte ohne Grenzen und Arjan Erkels Familie Anlass zur Hoffnung, dass Arjan Erkel bald freigelassen werden könnte. Ärzte ohne Grenzen erwartet von den Behörden, dass sie alles unternehmen, damit er schnellstmöglich und unversehrt freikommt.

Seit der Entführung hat Ärzte ohne Grenzen die Programme in Dagestan und Tschetschenien eingestellt. Nur die Kooperation mit chirurgischen und gynäkologischen Einrichtungen in Tschetschenien besteht in Notfällen weiter. Darüber hinaus unterstützt die Organisation Vertriebene in Inguschetien.

Ärzte ohne Grenzen fordert die Entführer auf, Arjan Erkel unverzüglich und unversehrt freizulassen.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00