Tschetschenien: Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen verschwunden

Amsterdam/Berlin, 10. Januar 2001. Bei einem Angriff auf einen Konvoi humanitärer Hilfsorganisationen in Tschetschenien wurde am gestrigen Nachmittag ein Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen von bewaffneten Männern gefangen genommen.

Ärzte ohne Grenzen ist in höchstem Maße besorgt über das Schicksal des Mitarbeiters und empört über den direkten Angriff eines deutlich gekennzeichneten humanitären Konvois, der medizinische Hilfe für die tschetschenische Bevölkerung bringen sollte. Ärzte ohne Grenzen fordert diejenigen auf, die den Mitarbeiter gefangen halten, seine körperliche und psychische Unversehrtheit zu respektieren und ihn unversehrt freizulassen.

Der Konvoi, der sich aus vier Fahrzeugen von Ärzte ohne Grenzen, der französischen Hilfsorganisation ACTION CONTRE LA FAIM und nationalem medizinischem Personal zusammensetzte, wurde im Westen Tschetscheniens von Männern in nicht identifizierbaren Fahrzeugen angegriffen. Dabei wurde der Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen gezwungen, das Auto zu verlassen und in das Fahrzeug der Angreifer einzusteigen, das daraufhin verschwand. Die übrigen nationalen und internationalen Mitarbeiter konnten sich nach dem Angriff in Sicherheit bringen.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00