Tschetschenien: Ärzte ohne Grenzen ist schockiert über die brutale Ermordung von zwei Ärzten in Grosny

Moskau/Berlin, 3. April 2003. Ärzte ohne Grenzen ist entsetzt über die Nachricht von der kaltblütigen Ermordung zweier Ärzte in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. Die beiden Ärzte arbeiteten in der kardiologischen Abteilung des Krankenhauses "Nr. 9" in Grosny. Ärzte ohne Grenzen hat dieses Krankenhaus seit vielen Jahren unterstützt und arbeitet dort zurzeit mit einem aus fünf nationalen Mitarbeitern bestehenden Notfallteam.

Die beiden Ärzte wurden am vergangenen Donnerstag tot in ihren Autos aufgefunden. Bislang konnte noch kein Motiv für die Tat ermittelt werden.

Zudem ist Ärzte ohne Grenzen äußerst besorgt über das Schicksal ihres nunmehr bereits seit sieben Monaten entführten Mitarbeiters Arjan Erkel und ruft die russischen Behörden dazu auf, alles in ihrer Macht Stehende für seine unversehrte Freilassung zu tun.

Die Organisation ist über die zunehmende Gewalt in der Region äußerst besorgt. Nach der Entführung des Ärzte ohne Grenzen-Projektleiters Arjan Erkel im August 2002 waren die Programme in der Region vorübergehend ganz eingestellt worden. In Inguschetien hat Ärzte ohne Grenzen die Projektarbeit inzwischen wieder aufgenommen, um tschetschenischen Vertriebenen zu helfen. In Tschetschenien sind alle Aktivitäten, die über akute Nothilfe hinausgehen, weiterhin ausgesetzt. In Dagestan sind die Programme immer noch ganz eingestellt.

Ärzte ohne Grenzen fühlt sich der Familie, den Freunden und Kollegen der beiden Opfer in ihrer Trauer sehr verbunden.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Gaby Frank, Tel.: 030-22 33 77 00