Tschad

Tschad: Zivilbevölkerung bei Luftangriffen getötet und verletzt

Berlin, 30. Januar 2004. Am Donnerstag wurde die Stadt Tine im Osten des Tschad Ziel sudanesischer Luftangriffe. Dabei wurden nach Angaben der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mindestens zwei Menschen getötet und mehrere Zivilisten verletzt. In der Stadt halten sich derzeit Tausende sudanesische Flüchtlinge auf, die vor den Kämpfen in der Region Darfur, im Westen des Sudans, geflohen sind.

Die Flüchtlinge leben am Rande eines ausgetrockneten Flussbetts, das die Grenze zwischen den beiden Ländern bildet. Einige Bomben schlugen direkt im Flussbett ein und töteten mindestens zwei Menschen, darunter ein zweijähriges Kind. Darüber hinaus sind im Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen 15 Verwundete eingetroffen, zwei von ihnen sind schwer verletzt.

"Die meisten Verwundeten sind Frauen und Kinder", sagte Sonia Peyrassol, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Tine. "Bei allen Verletzten handelt es sich eindeutig um Zivilisten."

In den vergangenen zehn Tagen kamen zahlreiche Menschen in Tine an, die schwere Verletzungen durch Bombensplitter aufgrund von sudanesischen Luftangriffen aufwiesen. "Die meisten Patienten mussten dringend chirurgisch versorgt werden", sagte Peyrassol. Vielen von ihnen wurden Gliedmaße amputiert. Darüber hinaus leiden einige an schweren inneren Verletzungen.

Während sich die Angriffe zuvor auf den Sudan konzentrierten, trafen die Bombenabwürfe am Donnerstag erstmals auch die tschadische Stadt Tine. Diese Angriffe haben unter den Flüchtlingen in Tine Panik ausgelöst. Viele fliehen nun weiter ins Landesinnere, weg von der sudanesischen Grenze.

"Die Situation eskaliert auf beiden Seiten der Grenze", so Peyrassol. Derzeit befinden sich mehr als 100.000 Flüchtlinge im Tschad, viele von ihnen brauchen dringend Unterkünfte, Nahrungsmittel und Trinkwasser.

Seit September 2003 leistet Ärzte ohne Grenzen in den Städten Tine, Birak und Adre medizinische Hilfe für die sudanesischen Flüchtlinge. Mehr als 100.000 Menschen sind seit dem vergangenen Frühjahr aus Darfur geflohen. Allein in der vergangenen Woche kamen 9.000 Flüchtlinge im Tschad an.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00