Zentralafrikanische Republik

Tschad: Zahl der Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik nimmt zu - Versorgung mit Nahrung und Unterkünften nicht gewährleistet

Brüssel/Berlin, 18. März 2003. Nach der Machtübernahme durch die Rebellen unter Ex-General Bozizé am 15. März fliehen die Menschen weiterhin aus der Zentralafrikanischen Republik in den südlichen Tschad. Die Lage der 30.000 Flüchtlinge verschlechtert sich dort von Tag zu Tag, da internationale Hilfe ausbleibt.

Am 15. März 2003 wurde der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Ange-Félix Patassé, von den Rebellen unter Führung von François Bozizé gestürzt. "Der Sieg von Ex-General Bozizé ist für die Flüchtlinge im Tschad jedoch kein Grund zum Feiern. Er bringt weder die niedergebrannten Häuser noch die vernichtete Ernte zurück, er kann den Flüchlingen auch nicht die Angst vor einer Rückkehr nehmen", erklärt Sonia Payrassol, die für Ärzte ohne Grenzen die Koordination des Nothilfe-Einsatzes im Tschad leitet.

Ärzte ohne Grenzen leistet im Tschad medizinische Hilfe und hat in Grenznähe zwei Durchgangslager für Flüchtlinge in Goré und Danamadji errichtet, die aber längst ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben.

Seit dem Beginn der Krise im November 2002 hat Ärzte ohne Grenzen wiederholt Hilfe für die betroffenen Menschen gefordert, aber bislang bleibt die Organisation mit ihren Aktivitäten vor Ort fast völlig allein. Ärzte ohne Grenzen appelliert daher erneut an die internationale Gemeinschaft, dringend Verantwortung zu übernehmen und schnellstmöglich auf die Situation von Tausenden von bedürftigen Menschen zu reagieren.

In vielen Grenzorten im Tschad hat sich die Zahl der Menschen durch die eintreffenden Flüchtlinge verdoppelt oder gar verdreifacht. So ist beispielsweise die Ortschaft Koumba von 300 auf 1.200 Bewohner angewachsen. Diese ohnehin schon äußerst problematische Lage wird noch dadurch verschlechtert, dass Wasser und Nahrung während der momentanen Trockenzeit ohnehin äußerst knapp sind. Zudem haben die meisten Flüchlinge keine Unterkunft und schlafen auf der Straße.

Nach wie vor flüchten sehr viele Menschen in den Tschad, wo sie extrem schlechte Lebensbedingungen vorfinden. "Die Wohlhabenden unter den Flüchtlingen sind leicht zu erkennen: Sie besitzen eine Schlafmatte und einen Kochtopf. Aber auch sie haben nichts zu essen. Die Nahrungsmittelversorgung ist für sie in keiner Weise ausreichend", berichtet Sonia Payrassol.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Gaby Frank, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00