Tschad

Tschad: Ärzte ohne Grenzen bekämpft Meningitis unter Flüchtlingen aus Darfur

Abeche/Berlin, 28. Januar 2005. Ärzte ohne Grenzen startet eine Meningitis-Impfkampagne im Osten des Tschad. Damit reagiert die Hilfsorganisation auf einen Ausbruch der Krankheit unter Flüchtlingen aus der sudanesischen Region Darfur. Mit der Impfaktion sollen tausende Menschen vor der hoch ansteckenden Krankheit geschützt werden, die sich in den überfüllten Flüchtlingslagern besonders schnell ausbreiten kann.

Ärzte ohne Grenzen führt die Impfkampagne gemeinsam mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und der Internationalen Föderation der Rot-Kreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften durch. Innerhalb von zwei Wochen werden die Teams von Ärzte ohne Grenzen rund 70.000 sudanesische Flüchtlinge sowie Einheimische impfen, die in den Lagern Bredjing und Farchana, den jeweiligen umliegenden Gebieten und der Grenzstadt Adré leben.

Der Tschad liegt im so genannten Meningitisgürtel, der sich über die Gebiete südlich der Sahara erstreckt. Dort kommt es regelmäßig zu Meningitis-Epidemien. Allein im Tschad kam es 1998, 2000 und 2001 zu größeren Ausbrüchen. Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit September 2003 entlang der Ostgrenze des Tschad und unterstützt dort rund 85.000 sudanesische Flüchtlinge mit medizinischer und chirurgischer Nothilfe, Ernährungsprogrammen sowie Wasser- und Sanitärversorgung.

Neben mehreren festen Impfstationen in den Flüchtlingslagern und drei Impfstellen in Adré versorgen mobile Teams auch die umliegenden Gebiete. Ärzte ohne Grenzen verbessert außerdem das epidemiologische Überwachungssystem und behandelt Patienten, die an Meningitis erkrankt sind, mit Antibiotika. Meningitis ist eine Entzündung der Häute, die das Gehirn und das Rückenmark einhüllen (Meningen). Ursache des gegenwärtigen Ausbruchs sind die recht seltenen Meningokokken-Bakterien vom Stamm "W135".

Die ersten Meningitis-Fälle waren Anfang Januar in den Flüchtlingslagern Bredjing und Treguine aufgetreten. Mehr als ein Jahr nach der Flucht aus der Bürgerkriegsregion Darfur leben die Menschen dort immer noch unter sehr schwierigen Bedingungen. "Die tschadischen Gesundheitsbehörden baten in dieser Situation um Unterstützung," erläutert van Haperen. "Deshalb hat Ärzte ohne Grenzen seine Impfteams so schnell wie möglich zusammen gestellt."

"Dies ist eine sehr gefährliche Krankheit, die unbehandelt für 50 bis 80 Prozent der Erkrankten tödlich verläuft," erklärt Paul van Haperen, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Tschad. "Die hohe Bevölkerungsdichte in den Flüchtlingslagern erhöht das Ausbreitungsrisiko von Meningitis."

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Christiane Löll, Tel: 030-22337700