Sudan

Südsudan: Ärzte ohne Grenzen weitet Ernährungsprogramme aus - Nahrungsmittelhilfe des Welternährungsprogramms (WFP) muss dringend fortgesetzt werden

Paris/Berlin, 23. April 2003. Ärzte ohne Grenzen ist sehr besorgt über die alarmierende Ernährungskrise in der Provinz Bahr-el-Gazal im Südsudan und stockt die Hilfsprogramme für unterernährte Menschen auf. Die internationale Hilfsorganisation fordert das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) dazu auf, die Nahrungsmittelverteilung fortzusetzen und der akuten Lage anzupassen.

Die aktuelle Ernährungskrise im Südsudan ist auf die extreme Trockenheit zurückzuführen, die zu einer sehr schlechten Ernte geführt hat. Die Situation ist sehr beunruhigend, da die nächste Ernte nicht vor September zu erwarten ist und die Vorräte bereits jetzt knapp werden.

In der Ortschaft Marial-Lou im Bezirk Tonj beträgt die allgemeine Unterernährungsrate 22,9 Prozent, davon sind 3,8 Prozent schwer unternährt. Aus diesem Grund hat Ärzte ohne Grenzen ein bereits geschlossenes Ernährungszentrum wiedereröffnet.

Insbesondere in den beiden Bezirken der Provinz Bahr-el-Gazal, East Aweil und Tonj, stellt sich die Ernährungssituation kritisch dar. In der Ortschaft Akuem im Bezirk East Aweil wurden in den vergangenen beiden Wochen 1.035 mangelernährte Menschen in ein Ernährungsprogramm aufgenommen, 213 schwer unterernährte Kinder werden darüber hinaus auch medizinisch versorgt. Aufgrund der aktuellen Situation hat Ärzte ohne Grenzen bereits ein Ernährungszentrum geöffnet, zwei weitere werden in Kürze folgen.

"Die aktuelle Lage ist alarmierend", berichtet Philippe Ribeiro, der als Landeskoordinator für Ärzte ohne Grenzen im Südsudan arbeitet. "Wenn die Vereinten Nationen die Nahrungsmittelverteilung nicht kontinuierlich fortsetzen, wird sich die Lage noch verschlechtern." Das Welternährungsprogramm (WFP) hatte im März 2003 im Bezirk East Aweil einmalig Nahrungsmittel ausgegeben. Ärzte ohne Grenzen fordert die Vereinten Nationen dazu auf, mit der Nahrungsmittelverteilung fortzufahren und sie der aktuellen Lage anzupassen.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00