Tschad

Südsudan: Ärzte ohne Grenzen hilft bei schwerem Choleraausbruch

Juba/Berlin, 22. Februar 2006. Als Reaktion auf einen schweren Choleraausbruch im Südsudan hat die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen einen Nothilfeeinsatz in der Stadt Juba gestartet. Seit dem 6. Februar wurden mehr als 1.800 Patienten mit der schweren Durchfallerkrankung gemeldet und 45 Todesfälle registriert.

Die ersten Verdachtsfälle waren Ende Januar in der Stadt Yei südwestlich von Juba aufgetreten. Seitdem hat sich die Erkrankung schnell ausgebreitet. In der Stadt Juba mit 250.000 Einwohnern wurde der erste Verdachtsfall am 6. Februar gemeldet, wenige Tage danach wurde der Choleraausbruch in der designierten Hauptstadt des Südsudans bestätigt.

Cholerabakterien werden von infizierten Menschen über Stuhlgang und Erbrochenes ausgeschieden und können durch verschmutztes Wasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt auf andere übertragen werden. Der Erreger löst schwere, wasserartige Durchfälle aus, wodurch der Körper Wasser und wichtige Mineralstoffe verliert. Cholera kann durch die schnelle Gabe von mineralstoffhaltiger Flüssigkeit und gegebenenfalls Antibiotika behandelt werden.

Da die Infektionskrankheit in der Region nicht regelmäßig vorkommt, weiß die Bevölkerung wenig über die Übertragung des Erregers und die nötigen Vorbeugemaßnahmen. Daher liegt ein Schwerpunkt des Hilfseinsatzes auch auf der Aufklärung der Bevölkerung. Die Menschen in Juba beziehen ihr Wasser aus dem stark verschmutzten Nil und es ist zu erwarten, dass der Choleraausbruch sich weiter ausweiten wird.

Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen arbeiten zudem zusammen mit anderen Akteuren an einem Überweisungs- und Überwachungssystem. Zur Strategie der Cholera-Bekämpfung gehören auch die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser, die sichere Bestattung der Todesopfer sowie die Desinfektion der Häuser von Cholerapatienten.

Das Ziel des Nothilfeeinsatzes von Ärzte ohne Grenzen ist es, die Todesrate bei Cholerapatienten zu senken und eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Die Organisation hat in Juba ein spezielles Zentrum für Cholerapatienten in einem Kinderkrankenhaus eingerichtet. Die Teams kümmern sich um die Behandlung der Patienten, schulen lokale Mitarbeiter und stellen medizinisches Material zur Verfügung. Die Organisation plant, die Kapazitäten des Behandlungszentrums auszuweiten, da eine hohe Zahl weiterer Patienten erwartet wird. In Juba gibt es derzeit noch ein weiteres Cholerabehandlungszentrum an einem Lehrkrankenhaus, das jedoch bereits ausgelastet ist.

Ärzte ohne Grenzen hat derzeit elf internationale Mitarbeiter im Einsatz, weitere sieben werden bis zum Wochenende erwartet. Mehr als 70 Tonnen medizinisches und logistisches Material sollen in den kommenden Tagen nach Juba geschickt werden.

Weitere Informationen: Pressestelle, Kattrin Lempp, Christiane Löll, Tel: 030 / 22 33 77 00