Sudan

Sudan: Tausende Vertriebene warten weiterhin dringend auf Hilfe in Darfur

Berlin, 26. Februar 2004. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist in der Provinz Darfur, im Westen des Sudans, erneut auf mehrere Tausend Vertriebene gestoßen, die dringend humanitäre Hilfe benötigen. Die Menschen haben weder genügend Trinkwasser noch Nahrungsmittel, um überleben zu können. Nach Angaben der Organisation deuten zudem frische Gräber auf eine hohe Sterblichkeitsrate unter den Vertriebenen hin. Ärzte ohne Grenzen fordert erneut mehr humanitäre Hilfe für die Provinz Darfur.

Etwa 17.000 Vertriebene haben in Krenik und Sisi, nordwestlich der Stadt Mornay, Zuflucht gesucht. Ärzte ohne Grenzen fürchtet um das Leben dieser Menschen, wenn sie nicht sofort medizinische Hilfe, Trinkwasser und Nahrungsmittel erhalten. Die Organisation ist bereit, diese Unterstützung zu leisten, müsste dafür aber umgehend die Anzahl der Mitarbeiter erhöhen können.

In den vergangenen zwei Monaten ist Ärzte ohne Grenzen auf rund 115.000 Vertriebene in verschiedenen Ortschaften zwischen Nyala und El Genina getroffen. Bislang konnte das neunköpfige Team der Organisation allerdings nur Hilfe für etwa die Hälfte der Vertriebenen leisten.

Die Situation der Vertriebenen in Darfur ist bereits jetzt alarmierend. Ärzte ohne Grenzen befürchtet, dass sich die Lage weiter verschlimmern wird und ruft andere Organisationen zu sofortiger Hilfe im großen Maßstab auf. In der Stadt Mornay behandelt das Team derzeit rund 550 unterernährte Kinder. Jeden Tag werden weitere Kinder in die Ernährungszentren aufgenommen. Nach Angaben der Mitarbeiter hat der Grad der Unterernährung unter den Neuankömmlingen innerhalb der vergangenen zwei Monate zugenommen.

Ärzte ohne Grenzen leistet als eine der wenigen Hilfsorganisationen seit Mitte Dezember 2003 Hilfe für die Vertriebenen in Darfur. In Zalinge und Mornay führen neun internationale sowie Dutzende sudanesischer Mitarbeiter täglich 100 Konsultationen durch, stellen die Wasserversorgung sicher und verteilen Hygieneartikel und Decken. Darüber hinaus versorgen sie unterernährte Kinder in Ernährungszentren und haben 13.400 Kinder gegen Masern geimpft. Es wurden Erkundungsfahrten nach Bindisi, Dereish-Garcila, Mukjar, Krenik und Sisi unternommen.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00