Sudan

Sudan: Entführte Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Darfur wieder frei

Khartum/Brüssel/Berlin, 14. März 2009. Die vier am 11. März aus Serif Umra in Norddafur (Sudan) entführten Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurden heute Abend freigelassen. Die kanadische Krankenschwester Laura Archer, der italienische Arzt Mauro D'Ascanio, der französische Koordinator Raphaël Meunier und der sudanesische Wachmann Sharif Mohamadin wurden alle nach drei Tagen Gefangenschaft freigelassen. Sie scheinen wohlauf zu sein und sind derzeit in Begleitung anderer Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen auf dem Weg in die sudanesische Hauptstadt Khartum.

„Wir sind unglaublich erleichtert, dass unsere Kollegen sicher und bei guter Gesundheit sind”, sagte Christopher Stokes, Geschäftsführer der belgischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen. „Ihre Familien wurden bereits informiert und sind überglücklich. Unsere Gedanken sind mit jedem unserer vier Kollegen und mit ihren Angehörigen, die sich jetzt auf ein Wiedersehen freuen. Wir sind hocherfreut, dass die Entführung beendet ist.”

Ursprünglich wurden am 11. März fünf Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen – drei internationale und zwei Sudanesen – in Serif Umra gekidnappt. Am selben Abend wurde einer der sudanesischen Mitarbeiter wieder frei gelassen. Heute kamen die übrigen vier entführten Mitarbeiter frei.

„Wir möchten noch einmal unsere Empörung über die Entführung unserer Kollegen betonen”, so Christopher Stokes. “Es bedeutet eine schwere Verletzung all unserer Prinzipien. Humanitäre Helfer zu entführen, verhindert die humanitäre Unterstützung für die Bedürftigsten. Unsere unabhängige medizinische Arbeit muss respektiert werden, wenn wir weiterhin in Konfliktgebieten tätig sein sollen, um das Leben von Not leidenden Menschen zu retten.“

In Folge der Entführung hat Ärzte ohne Grenzen fast alle internationalen Mitarbeiter aus den Programmen in Darfur abgezogen. Auch einige sudanesische Mitarbeiter wurden an sichere Orte verlegt. Ein Kernteam blieb vor Ort, um die Freilassung der entführten Kollegen sicherzustellen.

„Diese Entführung bedeutet eine drastische Zunahme der Unsicherheit, mit der alle humanitären Helfer in Darfur konfrontiert sind. Als Folge der Entführungen musste Ärzte ohne Grenzen alle medizinischen Projekte in Darfur stark reduzieren. Das bestürzt uns, insbesondere weil wir in vielen Gebieten die einzigen waren, die die Gesundheitsversorgung sicherstellten. Die Bevölkerung von Darfur hat großen Bedarf an Hilfe, und die Menschen sind weiterhin großem Leid ausgesetzt”, sagte Christopher Stokes.

Angesichts der verschlechterten Sicherheitslage ist es unklar, in welchem Maß es für Ärzte ohne Grenzen möglich sein wird, die medizinischen Projekte in Darfur fortzuführen.

Zu diesem Zeitpunkt bittet Ärzte ohne Grenzen, den freigelassenen Kollegen ausreichend Zeit und Privatsphäre zu geben, damit sie sich erholen und ihre Familien treffen können.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Pressestelle: 030 - 700 130 264