Somalia

Somalia - Ärzte ohne Grenzen besorgt über die Sicherheit humanitärer Helfer

Nairobi/Berlin, 27. März 2001. Nach einem zweistündigen Schusswechsel in Mogadischu am heutigen Dienstag Morgen erhielt die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen die Bestätigung, dass drei internationale Mitarbeiter der Organisation (zwei Spanier und ein Franzose) zusammen mit einem nationalen Mitarbeiter in ein Haus in Karaan in Nord-Mogadischu gebracht wurden. Bei ihnen befinden sich außerdem zwei internationale UN-Angestellte und ein somalischer UNICEF-Mitarbeiter. Berichten zufolge sind sie am Leben und sollen das Haus verlassen können, sobald sich die Sicherheitslage beruhigt. Ärzte ohne Grenzen geht bei diesem Vorfall derzeit nicht von einer Entführung aus. Allerdings wurde das Gebäude der Organisation in Mogadischu völlig ausgeraubt.

Die Sicherheitslage in Mogadischu hat sich im Laufe des Tages zunehmend verschlechtert. Schusswechsel und Straßensperren haben zugenommen. Ärzte ohne Grenzen ist sehr besorgt über die Sicherheit seiner nationalen und internationalen Mitarbeiter und ruft alle Konfliktparteien dazu auf, die Unversehrtheit der humanitären Helfer zu gewährleisten.

Ärzte ohne Grenzen ist eine unparteiische, neutrale Hilfsorganisation, die medizinische Hilfe für Menschen in Not unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, ihrer religiösen oder politischen Überzeugungen leistet. Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit dem Beginn des Bürgerkrieges 1991 in Somalia, seit 1992 in Mogadischu.

Seit dem Ausbruch der Cholera-Epidemie im Januar diesen Jahres hat Ärzte ohne Grenzen im Durchschnitt 35 Patienten pro Woche in Mogadischu behandelt. Jedes Jahr versorgt die Organisation rund 80.000 Menschen im Yaqshid Health Centre. Außerdem betreut Ärzte ohne Grenzen Projekte in Giowhar, Aden Yabal, Huddur und Galkayo. Die Organisation arbeitet in über 80 Ländern weltweit, davon in mehr als 20 Konfliktregionen.

Der Verbleib vier weiterer UN-Angestellter, die an einen anderen Ort gebracht wurden, ist weiterhin unklar. Ärzte ohne Grenzen kann keine Angaben über deren Aufenthaltsort sowie deren Sicherheitslage machen. Des weiteren liegen der Organisation keine gesicherten Informationen über Tote oder Verletzte vor. Berichten zufolge wurden keine nationalen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen getötet oder verletzt.

Weitere Informationen: Pressestelle, Ärzte ohne Grenzen, Kattrin Lempp, Petra Meyer, Tel.: 030-22 33 77 00