Seit 500 Tagen entführt: Vor mehr als 16 Monaten wurde Arjan Erkel im Kaukasus gefangen genommen

Berlin, 23. Dezember 2003. Am 1. Weihnachtstag befindet sich der Niederländer Arjan Erkel 500 Tage in Gefangenschaft. Der 33-jährige Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen wurde am 12. August 2002 in der dagestanischen Hauptstadt Makhachkala von unbekannten bewaffneten Männern entführt. Dagestan ist eine Nachbarrepublik zu Tschetschenien und gehört zur Russischen Föderation.

"Es ist eine unglaubliche Tortur, 500 Tage lang gefangen zu sein, ohne zu wissen, was am nächsten Tag passiert und ob eine Freilassung jemals stattfinden wird", sagte Thomas Nierle, Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen. "Wir fordern alle Beteiligten auf, guten Willen zu zeigen und Arjan sofort freizulassen", so Nierle.

Ärzte ohne Grenzen hat in den vergangenen Monaten wiederholt Lebenszeichen von Arjan Erkel erhalten. Das Letzte ist ein Foto des Entführten und stammt von Ende Juli 2003. Seitdem wurde der Organisation mehrfach mitgeteilt, dass ihr Kollege noch am Leben sei. Auch der Russische Außenminister Igor Ivanov bestätigte dies bei seinem Staatsbesuch in der Schweiz am 13. Oktober dieses Jahres. Ivanov versicherte zudem, dass Russland alles tun werde, um die Freilassung Arjan Erkels zu ermöglichen.

Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen sowie das Europäische Parlament und die Europäische Kommission haben wiederholt ihrer Sorge um das Schicksal Erkels Ausdruck verliehen. Hochrangige Politiker haben sich persönlich für ihn eingesetzt, und mehr als 380.000 Menschen weltweit haben eine Online-Petition an den Russischen Präsidenten unterzeichnet, um ihre Bestürzung über den ungewissen Verbleib Erkels auszudrücken.

Trotz all dieser Bemühungen ist Arjan Erkel noch immer nicht frei. Seit 1994 arbeitet er für Ärzte ohne Grenzen. Erkel ist zurzeit der einzige ausländische humanitäre Helfer, der im Nordkaukasus gefangen gehalten wird.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, 030-22 33 77 00