Indonesien

Seebeben in Südasien: Ärzte ohne Grenzen und Greenpeace bringen Hilfsgüter nach Sumatra

Berlin/Hamburg. 3. Januar 2005. Um Überlebenden des Seebebens in Südasien zu helfen, arbeiten Ärzte ohne Grenzen und die Umweltschutzorganisation Greenpeace zusammen. Das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior" mit seiner 19-köpfigen Besatzung wird Hilfsgüter, Nahrungsmittel, Treibstoff, Moskitonetze sowie medizinisches Material und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in entlegene Gebiete Sumatras bringen. Vor allem die Provinz Aceh wurde durch das Beben stark verwüstet und der Transport von Hilfsgütern in die Region gestaltet sich als schwierig.

Die "Rainbow Warrior" lief am Sonntag aus dem Hafen von Singapur aus und wird am Dienstagmorgen im Hafen von Medan erwartet. Dort sollen Hilfsgüter zugeladen werden, bevor das Schiff Kurs auf Banda Aceh an der nördlichen Spitze Sumatras nimmt. "Es ist logistisch bislang schwierig für Hilfsorganisationen, dorthin zu gelangen", sagte David Curtis von Ärzte ohne Grenzen in Jakarta. In der Provinz Aceh gibt es fast gar keinen Treibstoff mehr und es fehlt an Transportmöglichkeiten.

Mehr als 40 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen arbeiten zurzeit in der vom Beben verwüsteten Stadt Banda Aceh und helfen der Bevölkerung in Ortschaften entlang der Küste. "Banda Aceh wurde zu mehr als 60 Prozent zerstört, und es gibt in manchen Gegenden der Stadt nicht genug Wasser und Nahrungsmittel. Immer noch liegen Leichen auf den Straßen", sagte Ibrahim Younis, Logistiker von Ärzte ohne Grenzen. "Die Verwüstung in der Stadt ist enorm und es gibt viel zu tun, aber die Lage der Bevölkerung an der Nordwestküste ist noch dramatischer. Wir haben die Küste mit Helikoptern erkundet und behandeln Menschen, die seit Tagen praktisch ohne alles leben müssen."

Das Schiff soll unter anderem Treibstoff für Helikopter, Flugzeuge und Autos befördern. "Wir wollen alles Erdenkliche tun, Hilfe in die verwüstete Region zu bringen. Mit dem Einsatz der "Rainbow Warrior" hoffen wir, dazu beizutragen, der Bevölkerung in dieser tragischen Situation ein wenig Linderung zu verschaffen", sagte Dr. Gerd Leipold, Geschäftsführer von Greenpeace International.

"Um Menschenleben zu retten, ist ein gewaltiger Hilfseinsatz notwendig. Indem wir das Greenpeace-Schiff zum Transport von medizinischem Personal und Material nutzen, hoffen wir Menschen in abgelegenen Gebieten zu erreichen, wo wir anderenfalls nicht helfen könnten", sagte Curtis. Die "Rainbow Warrior" hat seetüchtige Schlauchboote an Bord, mit denen entlegene Orte erreicht werden können. Geplant ist, mit dem Schiff die Westküste von Sumatra entlang zu fahren. "Wir beabsichtigen, ein Basislager in der Stadt Meulaboh einzurichten, die unseres Wissens eines der am schwersten betroffenen Gebiete ist", sagte Curtis von Ärzte ohne Grenzen. Die "Rainbow Warrior" ist Teil dieser Logistik.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen Pressestelle, Petra Meyer, Christiane Löll, Tel.: 030-22 33 77 00; Greenpeace Pressestelle, Björn Jettka, Tel: 040- 30 61 83 83