Resolution der Vereinten Nationen zum Schutz humanitärer Helfer - Ärzte ohne Grenzen fordert russische Regierung auf, den Entführungsfall Arjan Erkel zu lösen

New York/Berlin, 27. August 2003. Anlässlich der am Dienstag im UN-Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution zum Schutz humanitärer Helfer fordert Ärzte ohne Grenzen die russische Regierung erneut dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und die sofortige Freilassung von Arjan Erkel entschieden voranzutreiben. Der Mitarbeiter der Organisation wurde vor über einem Jahr in Dagestan entführt. Russland hat die einstimmig verabschiedete Resolution der Vereinten Nationen zum Schutz humanitärer Helfer unterzeichnet und soll nun endlich Taten folgen lassen.

Ärzte ohne Grenzen fordert die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf, dafür zu sorgen, dass alle Unterzeichner der Resolution zum Schutz humanitärer Helfer den Worten auch Taten folgen lassen. "Russland hat die Resolution unterzeichnet, kommt aber der daraus resultierenden Verpflichtung nicht nach, für Arjan Erkels sichere Freilassung zu sorgen", so Morten Rostrup. "Bei seiner Entführung am 12. August 2002 waren sogar zwei Beamte russischer Behörden zugegen. Sie haben jedoch nichts unternommen, um die Entführung zu verhindern. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat dieses inakzeptable Verhalten eines Mitgliedstaates viel zu lange toleriert. Wir fordern jedes einzelne Mitglied der Vereinten Nationen auf, den Entführungsfall Arjan Erkel mit Präsident Putin zu erörtern. Es ist höchste Zeit zu handeln."

Laut Ärzte ohne Grenzen werden humanitäre Helfer zunehmend zu Opfern von Gewalt. Der Organisation zufolge haben die Angriffe das Ziel, die Arbeit der Helfer zu beenden und zu verhindern, dass sie die Öffentlichkeit über das Leid von Zivilisten in Konfliktregionen informieren.

"Mit der Verabschiedung der Resolution hat der Sicherheitsrat ein wichtiges politisches Signal gesetzt. Denn Angriffe auf humanitäre Helfer haben internationale Bedeutung und dürfen auf keinen Fall toleriert werden", sagte Morten Rostrup, internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen. "Gewaltakte gegen Mitarbeiter humanitärer Organisationen haben auch für die notleidende Bevölkerung dramatische Folgen: Sie schränken die Möglichkeiten zu helfen drastisch ein."

Rückfragen: Kattrin Lempp, Gaby Frank Tel: 030-22 33 77 00