Zentralafrikanische Republik

Putschversuch in der Zentralafrikanischen Republik: Ärzte ohne Grenzen unterstützt fliehende Bevölkerung

Barcelona/Berlin, 30. Oktober 2002. Die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen hat in der Zentralafrikanischen Republik einen Nothilfeeinsatz für Zivilisten gestartet, die vor Kämpfen in der Hauptstadt Bangui fliehen. Am vergangenen Freitag gab es dort einen Putschversuch. Währenddessen mussten sich auch einige Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Sicherheit bringen. Sie fanden in einem Krankenhaus Zuflucht, zu dem es momentan aber keinen Zugang gibt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet momentan mit sieben internationalen Mitarbeitern in der Zentralafrikanischen Republik.

In Bangui konnten sich einige Menschen in das "Krankenhaus der Freundschaft", eines der öffentlichen Stadtkrankenhäuser, flüchten. Unter ihnen sind bisher etwa 20 verletzte Zivilisten sowie auch einige Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation ist beunruhigt über die Situation der Bevölkerung und fordert alle Konfliktparteien auf, den Zugang zu den Gesundheitseinrichtungen zu gewährleisten und die Arbeit des medizinischen Personals zu respektieren. Zudem ist Ärzte ohne Grenzen sehr um die Sicherheit des eigenen Teams besorgt, das sich innerhalb des städtischen Krankenhauses befindet. Als Kollegen zu den Mitarbeitern gelangen wollten, um sie zu evakuieren, wurde ihnen der Zugang zum Gebäude verweigert. Die Organisation fordert den sofortigen freien Zugang zur Klinik und dem Team.

Ärzte ohne Grenzen richtete in der Hauptstadt zunächst eine provisorische Erste-Hilfe-Stelle ein. Als die Menschen begannen, aus der Hauptstadt zu fliehen, begab sich die Organisation in den Süden der Stadt. Dort soll eine Gesundheitsstation eröffnet werden, um eine Basisgesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen. Ein Team wird von dort aus die Situation beobachten, um sich einen Überblick über die Bedürfnisse der Bevölkerung zu verschaffen und den Menschen schnell helfen zu können.

Seit dem Beginn der Kämpfe in Bangui versucht Ärzte ohne Grenzen die Zivilbevölkerung zu unterstützen. Am 26. Oktober waren dort Rebellentruppen eingefallen und hatten gegen die Regierung des Präsidenten Felix Patassé geputscht. Seitdem flieht die Bevölkerung aus der Stadt und sucht in der südlichen und nördlichen Umgebung Schutz vor den kämpferischen Auseinandersetzungen.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00