Mosambik

Mosambik: Ärzte ohne Grenzen unterstützt Kampf gegen Cholera-Epidemie

Maputo/Berlin, 2. Februar 2004. Die Cholera-Epidemie, die vor über einem Monat in der Hauptstadt Mosambiks ausgebrochen ist, nimmt alarmierende Ausmaße an. Am vergangenen Freitag wurden 700 Patienten im staatlichen Behandlungszentrum versorgt, und die Zahl der Erkrankten steigt kontinuierlich an. Auf Bitten der mosambikanischen Gesundheitsbehörden stellt die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zusätzliche Behandlungseinrichtungen bereit, um die Versorgung der Cholera-Patienten zu gewährleisten. Darüber hinaus beteiligt sich die Organisation an den Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen in den am meisten betroffenen Stadtgebieten.

Ärzte ohne Grenzen wurde von den Gesundheitsbehörden um Unterstützung gebeten, weil die Kapazitäten im staatlichen Cholera-Behandlungszentrum in Maputo erschöpft sind. Seit 25. Januar werden täglich mehr als 200 Patienten in das Zentrum aufgenommen, das nur für 150 Patienten ausgelegt ist und in dem derzeit vier Mal so viele Menschen versorgt werden müssen. Bisher ist es allerdings gelungen, die Sterblichkeitsrate unter einem Prozent zu halten.

Bislang hat Ärzte ohne Grenzen 14 zusätzliche Behandlungszelte aufgebaut, in denen 140 Patienten versorgt werden können. Dazu gehört auch die Versorgung mit Wasser und der Aufbau von Latrinen. Darüber hinaus beteiligen sich die Mitarbeiter an Aufklärungskampagnen in den am stärksten betroffenen Gebieten der Stadt und desinfizieren die Brunnen mit Chlor. In den Stadtteilen, in denen die Versorgung mit sauberem Trinkwasser nicht gewährleistet ist, hat Ärzte ohne Grenzen zusätzliche Wasserstellen eingerichtet. Die Organisation ist zudem darauf vorbereitet, ihre Unterstützung bei Bedarf weiter zu verstärken.

In Mosambik und anderen afrikanischen Ländern kommt es häufig zu Choleraausbrüchen, deren Eindämmung hohe Kosten verursacht und eine enorme Belastung für die Gesundheitssysteme darstellt. Deshalb ist es dringend notwendig, neue Präventionsstrategien zu finden. In diesem Sinne führt Ärzte ohne Grenzen derzeit gemeinsam mit Epicentre, dem mosambikanischen Gesundheitsministerium, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem International Vaccines Institute eine Feldstudie durch, bei der die Bewohner eines Armenviertels in Beira, der zweitgrößten Stadt Mosambiks, gegen Cholera geimpft werden. In Beira wurden ebenfalls Cholerafälle gemeldet. Sollten mit der Studie gute Ergebnisse erzielt werden, kann die Impfung auch in anderen Landesteilen und weiteren Ländern eingesetzt werden. Dazu müsste allerdings der Preis des Impfstoffes gesenkt werden.

Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00