Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen gesund - Verdacht auf tropische Viruserkrankung bestätigt sich nicht

Hamburg/Berlin, 22.März 2001. Der Verdacht auf eine tropische Viruserkrankung, mit dem eine Mitarbeiterin der medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen heute morgen in die klinische Abteilung des Bernhard-Nocht-Instituts aufgenommen wurde, hat sich nach molekularbiologischen Untersuchungen nicht bestätigt. Die Mitarbeiterin der Organisation ist gesund und kann am morgigen Freitag aus der Klinik entlassen werden.

Da die nötigen diagnostischen Tests in Freetown nicht durchführbar sind, bat Ärzte ohne Grenzen das Bernhard-Nocht-Institut am Dienstag um Aufnahme der Patientin und organisierte umgehend eine Flugmöglichkeit. So konnten die Patientin, zwei Kontaktpersonen (der Ehemann und ein Pfleger), sowie das Kind des Ehepaars in der vergangenen Nacht in einem Ambulanzflug nach Hamburg transportiert werden. Die Kontaktpersonen sind nicht erkrankt, wurden jedoch vorbeugend untersucht. Die Patientin ist in gutem Zustand und zur Zeit fieberfrei.

Die Blutproben sind auf Malaria und tropische Fieberviren untersucht worden. Mit molekularbiologischen Methoden konnten gegen 16 Uhr bereits die wichtigsten tropischen Viruserkrankungen wie Lassafieber, Ebola und Marburgkrankheit ausgeschlossen werden. Die Quarantäne wurde daraufhin aufgehoben.

Routinemäßig waren die üblichen Infektionsschutzmaßnahmen getroffen worden. Der Transport der Patientin in die Klinische Abteilung ist reibungslos verlaufen und wurde in ständigem Kontakt mit einem Expertenstab der betroffenen Behörden organisiert, dem u.a. die Gesundheitsbehörde und die Feuerwehr Hamburg angehören.

Die Ärztin war in Sierra-Leone an einem Fieber erkrankt und dort nach einem positiven Plasmodium-Schnelltest auf Malaria behandelt worden. Nach kurzer Besserung kehrte das Fieber wieder und es wurde die nicht ausgeheilte Malaria oder eine Fiebervirusinfektion als Ursache vermutet.

Weitere Informationen: Ärzte ohne Grenzen, Pressestelle, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00, Dr. Barbara Ebert, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Tel. 040/42818-525